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	<title>Norman Liebold &#124; Buch, Bühne, Bildkunst</title>
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	<description>Der Autor, Künstler und Leseperformer Norman Liebold</description>
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		<title>Amator Veritas eBooks für den Kindle</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 11:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autorengefasel]]></category>
		<category><![CDATA[Büchermeldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nähkästchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das eBook kommt. Selbst ich, der ich meine Bücher mit Füllfederhalter in Notizbücher schreibe und erst damit an den Rechner gehe, wenn das Buch fertig ist, habe mittlerweile einen eBook-Reader und muß gestehen, dass es angenehm zu lesen und ausgesprochen praktisch ist &#8211; bei einem Bücherwurm wie mir bestand ein Grossteil meines Reisegepäcks aus Lesestoff. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_5721" class="wp-caption alignleft" style="width: 192px"><a href="http://www.norman-liebold.com/wp-content/uploads/2012/01/9783937330075.jpg" rel="lightbox[5720]"><img class="size-medium wp-image-5721" title="9783937330075" src="http://www.norman-liebold.com/wp-content/uploads/2012/01/9783937330075-182x300.jpg" alt="eBook-Cover des Märenborns" width="182" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">eBook-Cover des Märenborns</p></div>
<p>Das eBook kommt. Selbst ich, der ich meine Bücher mit Füllfederhalter in Notizbücher schreibe und erst damit an den Rechner gehe, wenn das Buch fertig ist, habe mittlerweile einen eBook-Reader und muß gestehen, dass es angenehm zu lesen und ausgesprochen praktisch ist &#8211; bei einem Bücherwurm wie mir bestand ein Grossteil meines Reisegepäcks aus Lesestoff. Jetzt habe ich ein kleines, handliches Gerät mit einer ganzen Bibliothek darauf. Selbst beim Schreiben nutze ich das Gerät, wenn ich Zitate nachschlagen möchte.</p>
<p>Für die eBook-Leser gibt es ab sofort sämtliche meiner Bücher auch als eBook-Variante. Erst einmal für den Amazon Kindle, vor Ablauf des nächsten Monats auch als ePub auf LIBREKA!. Nicht uninteressant dabei ist, dass auch einige der Bücher, die leider ausverkauft sind und deren Neuauflage hinter anderen, neueren Projekten zurücksteht, auf diese Weise wieder verfügbar sind:</p>
<ul>
<li>Krähe und Nachtigall</li>
<li>Der Minnesänger-Komplex</li>
<li>Die Sieben Kelche</li>
<li>Sternenkinder</li>
</ul>
<p>Einige der Editionen sind mit einigen neu hinzugekommenen Illustrationen versehen. Im Preis liegen die eBook stets und in manchen Fällen wesentlich unter dem Preis für die Printausgabe.</p>
<p>Neugierig?</p>
<p>Hier gehts zu den eBook-Shops:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.lieboldbuch.de/ebooks/">www.lieboldbuch.de</a></li>
<li><a href="http://www.siebengebirgskrimi.de/ebooks/">www.siebengebirgskrimi.de</a></li>
<li><a href="http://shop.amator-veritas.de/shop_content.php?coID=0" target="_blank">www.amator-veritas.de</a></li>
<li><a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Ddigital-text&amp;field-keywords=norman+liebold&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">www.amazon.de</a> (Kindle-Shop)</li>
</ol>
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		<item>
		<title>“Dichterbrand” und “Die Höhle” – Buchbesprechungen im Extrablatt</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 04:40:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[PresseArtikel]]></category>
		<category><![CDATA[DieHöhle]]></category>

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		<description><![CDATA[Extrablatt vom 21.12.2011, Seite 9 Dichterbrand Ein Siebengebirgs-Krimi Ein kauziger Privatdetektiv, liebevoll gezeichnete Charaktere, knisternde Spannung und eine gute Portion spitzz&#252;ngiger Humor machen Liebolds „Dichterbrand“ zu einem anspruchsvollen Lesevergn&#252;gen. „Liebold f&#228;ngt nicht nur seine Charaktere in einem Netz aus Spiel und Wirklichkeit: auch als Leser kann man die Grenze zwischen Schein und Sein bald nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><small>Extrablatt vom 21.12.2011, Seite 9</small></p>
<div id="attachment_1550" class="wp-caption alignleft" style="width: 124px"><a href="http://presse.norman-liebold.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-21_extrablatt-siegburg_s9.jpg" rel="lightbox[1549]"><img class="size-medium wp-image-1550" title="Extrablatt Rhein-Sieg vom 21.12.2011, S. 9" src="http://presse.norman-liebold.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-21_extrablatt-siegburg_s9-114x300.jpg" alt="Extrablatt Rhein-Sieg vom 21.12.2011, S. 9" width="114" height="300" /></a>
<p class="wp-caption-text">Extrablatt Rhein-Sieg vom 21.12.2011, S. 9</p>
</div>
<h1>Dichterbrand</h1>
<h2>Ein Siebengebirgs-Krimi</h2>
<p>Ein kauziger Privatdetektiv, liebevoll gezeichnete Charaktere, knisternde Spannung und eine gute Portion spitzz&#252;ngiger Humor machen Liebolds „Dichterbrand“ zu einem anspruchsvollen Lesevergn&#252;gen. „Liebold f&#228;ngt nicht nur seine Charaktere in einem Netz aus Spiel und Wirklichkeit: auch als Leser kann man die Grenze zwischen Schein und Sein bald nicht mehr erkennen. Er verleiht den Figuren und der Geschichte eine Lebendigkeit, die dem Leser Schauer &#252;ber den R&#252;cken hinunterjagt. Liebolds Ironie, die das Genre an sich in Frage stellt, l&#228;sst den Krimi nie an Glaubw&#252;rdigkeit verlieren und schafft einen ganz eigenen, ja fast n&#252;chternen Realismus.” K&#246;lnische Rundschau</p>
<p style="text-align: right;"><em>Dichterbrand</em><br />
<em> Ein Siebengebirgs-Krimi</em><br />
<em> WWW.LIEBOLDBUCH.DE</em><br />
<em> ISBN 978-3-937330-22-8</em><br />
<em> 216 Seiten, Paperback</em></p>
<h1>Die H&#246;hle</h1>
<h2>Siebengebirgs-Horror</h2>
<p style="text-align: right;">Der Psychologie-Doktorand Manuel geht daran, die Phobien seiner Liebsten therapieren zu wollen. Er f&#252;hrt sie an den unheimlichsten Ort, den er kennt – die Ofenkaulen unter dem Petersberg, um sie, wie er wortreich ausf&#252;hrt, zu „desensibilisieren“. Doch was dort auf ihn wartet, sind seine eigenen &#196;ngste, und er wird in einen Abgrund aus Grauen geschleudert, in dem er sich ihnen stellen muss. Tief unter dem Petersberg verschmilzt Liebold Psychoanalyse und uralte Mythen zu einem Horrorroman, der mit Ur&#228;ngsten ebenso spielt wie mit dem Leser. Und er nimmt den Leser mit auf eine Reise durch sich selbst.<br />
<em> Die H&#246;hle</em><br />
<em> Siebengebirgs-Horror</em><br />
<em> WWW.LIEBOLDBUCH.DE</em><br />
<em> ISBN 978-3-937330-35-8</em><br />
<em> 116 Seiten, Paperback</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eine Reise durch die Psyche</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 17:46:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[PresseArtikel]]></category>
		<category><![CDATA[DieHöhle]]></category>

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		<description><![CDATA[Generalanzeiger vom 10./11.12.2011, Seite 18 Eine Reise durch die Psyche Der neue Roman des Autors Norman Liebold spielt in den Ofenkaulen unter dem Petersberg Von Rebecca Erken SIEBENGEBIRGE. Der unheimlichste Ort, den man sich vorstellen kann? F&#252;r Manuel sind das die Ofenkaulen unter dem Petersberg. In dem Stollensystem, das sich wie ein ungeheuerlicher Abgrund auftut, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><small>Generalanzeiger vom 10./11.12.2011, Seite 18</small></p>
<h1>Eine Reise durch die Psyche</h1>
<h2>Der neue Roman des Autors Norman Liebold spielt in den Ofenkaulen unter dem Petersberg</h2>
<div class="shashinPhotoGroups">
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<caption></caption>
<tr>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_1" style="width: 306px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-pQXf2Rcnz0k/Tus2N8gayxI/AAAAAAAAWqc/nDpPDJwiyIs/2011-12-10_generalanzeiger_print.jpg?imgmax=640" id="shashinThumbnailLink_1" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group1' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-pQXf2Rcnz0k/Tus2N8gayxI/AAAAAAAAWqc/nDpPDJwiyIs/2011-12-10_generalanzeiger_print.jpg?imgmax=320" alt="Photo im Generalanzeiger 10./11.12.2011, Seite 18" title="Photo im Generalanzeiger 10./11.12.2011, Seite 18" width="300" height="278" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_1" /></a><span class="shashinThumbnailCaption">Photo im Generalanzeiger 10./11.12.2011, Seite 18</span>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/Presseartikel_2011#5686698567693683474">View at Picasa</a></div>
<p>Photo im Generalanzeiger 10./11.12.2011, Seite 18</p></div>
</div>
</td>
</tr>
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</div>
<p style="text-align: right;"><small>Von Rebecca Erken</small></p>
<p>SIEBENGEBIRGE. Der unheimlichste Ort, den man sich vorstellen kann? F&#252;r Manuel sind das die Ofenkaulen unter dem Petersberg. In dem Stollensystem, das sich wie ein ungeheuerlicher Abgrund auftut, trifft der Psychologie-Doktorand weniger auf furchterregende Geister und wilde Tiere, sondern vielmehr: auf seine eigenen &#196;ngste.<br />
Der Protagonist von Norman Liebolds k&#252;rzlich erschienenem Horrorroman „Die H&#246;hle“ steigt hinab in das undurchdringliche Geflecht seiner eigenen Psyche. Dabei wollte Manuel mit dem Besuch eigentlich die Phobien seiner Freundin Silvia therapieren. Doch alles kommt anders, als der Wissenschaftler es geplant hatte.<br />
Der Autor Norman Liebold lebt in Neunkirchen-Seelscheid, zum Schreiben zieht er sich in seinen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Eudenbach zur&#252;ck. „Ich nutze meinen Wohnwagen als Schreibklause, insbesondere f&#252;r Geschichten und Romane, die im Siebengebirge spielen“, sagt Liebold. Inzwischen hat der 35-J&#228;hrige sieben Siebengebirgs-B&#252;cher ver&#246;ffentlicht, vier davon sind Krimis. Im neuen Roman „Die H&#246;hle“ huldigt Liebold einem alten literarischen Motiv: Der Berg, und was sich in seinem Inneren verbirgt, hat schon viele Autoren zum Schreiben inspiriert. Vor allem die Romantiker, etwa Ludwig Tieck, mit seiner Erz&#228;hlung „Der Runenberg“ (1804) oder E.T.A. Hofmann mit der Erz&#228;hlung „Die Bergwerke zu Falun“ (1819) haben sich dem Thema gewidmet. Und &#228;hnlich wie in den Erz&#228;hlungen der Romantiker tritt das Unheimliche dem Protagonisten von Liebolds Roman in der H&#246;hle auch in Gestalt einer Frau entgegen. „Sie war &#252;berirdisch sch&#246;n“, hei&#223;t es dort. Und: „Sie war eine starke Frau, die wusste, was sie wollte und es sich nahm.“ F&#252;r Manuel bedeutet die Begegnung auch eine Verwandlung – nur so viel: „Er f&#252;hlte sich seltsam klein und jungenhaft neben ihr.“</p>
<h2>Der Autor</h2>
<p>„Die H&#246;hle“ ist im Verlag Amator Veritas erschienen und ab sofort f&#252;r 10,95 Euro imHandel erh&#228;ltlich. Mit „Dichterbrand“ brachte Norman Liebold 2008 seinen ersten Siebengebirgskrimi heraus, dem einige folgten. Der Autor wurde 1976 in Sachsen geboren und studierte Literatur- und Sprachwissenschaften an der Universit&#228;t Bonn. Zum Schreiben zieht er sich in seinen Wohnwagen zur&#252;ck, der im Siebengebirge auf dem Campingplatz Eudenbach steht. Info:www.norman-liebold.com.</p>
<hr size="1">
<div class="shashinPhotoGroups">
<table class="shashinThumbnailsTable" id="shashinGroup_2_2" style="float: right;">
<caption></caption>
<tr>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_2" style="width: 306px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-wfUQsCfO-V8/TuYzRjf8QVI/AAAAAAAAWp8/vwFizoosXp8/2011-12-10_generalanzeiger.jpg?imgmax=640" id="shashinThumbnailLink_2" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-wfUQsCfO-V8/TuYzRjf8QVI/AAAAAAAAWp8/vwFizoosXp8/2011-12-10_generalanzeiger.jpg?imgmax=320" alt="Generalanzeiger vom 10./11.12.2011" title="Generalanzeiger vom 10./11.12.2011" width="300" height="200" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_2" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/Presseartikel_2011#5685287956281835858">View at Picasa</a></div>
<p>Generalanzeiger vom 10./11.12.2011</p></div>
</div>
</td>
</tr>
</table>
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</div>
</p>
<p>Bildunterschrift: Siebengebirgs-Autor: Norman Liebold. FOTO: ANKE B&#214;SER</p>
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		<title>Was zu Naschen &#8211; die Bücher sind da!</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 10:38:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autorengefasel]]></category>
		<category><![CDATA[Büchermeldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nähkästchen]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Tagen ist einiges geschehen, daß mich nach den langen, dunklen Jahren zwischen 2005 und 2011 wieder gänzlich ganz fühlen läßt. Der gemütliche Geburtstagsabend zum 35igsten, der mir zeigte, daß ich trotz 2005 in Asche zerfallener Blutfamilie eine riesige Wahlverwandtschaft habe und endlich zuhause angekommen bin (einschließlich meiner endlich aus Leipzig geholten Restmöbel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div class="shashinPhotoGroups"><table class="shashinThumbnailsTable" id="shashinGroup_1_1" style="float: left;">
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<tr>
<td><div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_1" style="width: 306px;"><a href="http://lh3.ggpht.com/-ZXC5_Ei6sSE/TtNhzZwW5OI/AAAAAAAAWik/4JfZxm8jxiU/IMGP5568.JPG?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_1" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group1' })" class="highslide"><img src="http://lh3.ggpht.com/-ZXC5_Ei6sSE/TtNhzZwW5OI/AAAAAAAAWik/4JfZxm8jxiU/IMGP5568.JPG?imgmax=320" alt="Photo: Norman Liebold, 2011." title="Photo: Norman Liebold, 2011." width="300" height="183" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_1" /></a><div class="highslide-caption"> <div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/Blogbilder2011#5679991090759263458">View at Picasa</a></div>Photo: Norman Liebold, 2011.<span class="shashinCaptionExif">28-Nov-2010 12:25, PENTAX              PENTAX K-m         , 4.5, 35.0mm, 0.067 sec, ISO 200</span></div>
</div></td>
</tr>
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</div>
<br />
In den letzten Tagen ist einiges geschehen, daß mich nach den langen, dunklen Jahren zwischen 2005 und 2011 wieder gänzlich ganz fühlen läßt. Der gemütliche Geburtstagsabend zum 35igsten, der mir zeigte, daß ich trotz 2005 in Asche zerfallener Blutfamilie eine riesige Wahlverwandtschaft habe und endlich zuhause angekommen bin (einschließlich meiner endlich aus Leipzig geholten Restmöbel und vor allem meiner Bibliothek) ist daran gewiss nicht unschuldig. Aber pünktlich zum Beginn des vierten Lebensalters sind auch meine drei neuen Bücher angekommen, und wie man sieht, findet das auch die Schriftstellerkatze Nadu genau so grossartig wie ich. (Signierte Exemplare können sofort bei mir oder im <a href="http://www.amator-veritas.de/" target="_blank">Verlags-Shop</a> bestellt werden.). Der neue Roman &#8220;Der Stift&#8221; ist begonnen und reißt meine Aufmerksamkeit an sich. Er ist eine ziemliche Herausforderung und eine Gradwanderung in vielfacher Hinsicht, denn ich packe dabei so manches heiße Eisen an, an das ich mich bisher nicht getraut habe. Ich halte in der <a href="http://www.norman-liebold.com/tag/derstift/">Schreibwerkstatt zum Stift</a> auf dem Laufenden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Niederschrift des &#8220;Stiftes&#8221; begonnen &#8211; vom Schriftsteller</title>
		<link>http://www.norman-liebold.com/2011/11/16/niederschrift-des-stiftes-begonnen-vom-schriftsteller/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=niederschrift-des-stiftes-begonnen-vom-schriftsteller</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 07:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autorengefasel]]></category>
		<category><![CDATA[Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[DerStift]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Morgen um sechs die Niederschrift von  &#8220;Der Stift&#8221; begonnen. Der Auftakt ist bei dieser Geschichte vielleicht das Schwierigste. Das hat seine Gründe. &#8220;Der Stift&#8221; wird eine Gradwanderung werden, nicht nur, aber auch wegen seiner politischen Ebene, derentwillen ich sehr vorsichtig sein muss, was die Schilderung bestimmter Umstände angeht. Nun ist die Geschichte aber in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div class="shashinPhotoGroups"><table class="shashinThumbnailsTable" id="shashinGroup_2_2" style="float: left;">
<caption></caption>
<tr>
<td><div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_2" style="width: 306px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-ek8x3epCQm4/TsNfQiWPMlI/AAAAAAAAWgA/oAis4asrDYs/IMAG0198-1.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_2" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-ek8x3epCQm4/TsNfQiWPMlI/AAAAAAAAWgA/oAis4asrDYs/IMAG0198-1.jpg?imgmax=320" alt="Schloss Hohenprießnitz. Foto: Norman Liebold, 2011 (Handy)" title="Schloss Hohenprießnitz. Foto: Norman Liebold, 2011 (Handy)" width="300" height="148" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_2" /></a><div class="highslide-caption"> <div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationStift#5675484693119578706">View at Picasa</a></div>Schloss Hohenprießnitz. Foto: Norman Liebold, 2011 (Handy)</div>
</div></td>
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 Heute Morgen um sechs die Niederschrift von  &#8220;Der Stift&#8221; begonnen. Der Auftakt ist bei dieser Geschichte vielleicht das Schwierigste. Das hat seine Gründe. &#8220;Der Stift&#8221; wird eine Gradwanderung werden, nicht nur, aber auch wegen seiner politischen Ebene, derentwillen ich sehr vorsichtig sein muss, was die Schilderung bestimmter Umstände angeht. Nun ist die Geschichte aber in weiten Bereichen von den Umständen abhängig, unter denen die Idee entstand. Natürlich könnte ich diese extrem verfremden, und vielleicht auch so, daß sie trotzdem noch funktioniert, aber ich stelle beim Schreiben fest, daß ich das in diesem Fall nicht will. Zum einen, weil die Abbildung der Verhältnisse hier einer der Aspekte ist, die die Geschichte motiviert und ich das Unglaubliche daran wahrheitsgetreu nachzeichnen will. Zum anderen aber auch, weil in dieser Story nicht nur eine politische Abrechnung steckt, sondern eben auch und vielleicht genau so wichtig, eine sehr persönliche. Und so ist die Profession des Protagonisten nach vielen Gedankenexperimenten doch die Schriftstellerei geworden. Das löst widersprüchliche Gefühle aus. Zum einen Freude, in diese Geschichte viel hineinpacken zu können, was wesentlich ist für meine eigene Profession, und, nicht zuletzt, auch einige Szenen nicht aussparen zu müssen, die die Geschichte bunter und lebendiger machen. Zum anderen aber auch ein leise mulmiges Gefühl, wie es nur die sich aufdrängende Deckungsgleichheit real Erlebten mit romanhaft Geschildertem auslösen kann. Jedes Buch ist wie ein Sog, ein Strudel, der einsaugt und mit vergrabenen Dingen konfrontiert. Und da ein Buch oft, wenn Jahre nach der Ideenfindung der Reifeprozess abgeschlossen ist und die Niederschrift begonnen wird, irgendwo in seinen tiefsten Tiefen ein Jonglieren mit Ungeklärtem, Unausgesprochenen und das Kratzen an schlecht verheilten Wunden ist, ist das etwas Gefährliches. Dieses Mal in mehrfacher Hinsicht, denn dieser politische Künstlerkrimi &#8211; ich nenne es mal so, schon weil er sich immer mehr als Bruder vom &#8220;Ruhestand&#8221; (2005) heraus stellt &#8211; ist auch durchaus nicht ungefährlich für mich. Eine gewisse Verfremdung ist daher aus verschiedenen Gründen absolut notwendig. Zum einen literarisch, da ich keine autobiographische Selbstbespiegelung zu Papier bringen möchte, sondern einen allgemeingültigen und spannenden Kriminalroman. Aber zum anderen eben auch, damit mir kein Strick daraus gedreht werden kann. Ein Aspekt der Verfremdung hat sich bei der gerade vollendeten Szene klar herauskristallisiert: Die Orte werden verwischt, vermischt und verallgemeinert. Das Bild oben zeigt das Schloss Hohenprießnitz, in dem mein Bruder einige Jahre in vergleichbaren Umständen lebte wie ich in der &#8220;Stiftung&#8221;. Allerdings ohne die politischen Verwicklungen. Es wird einer der etlichen Vorbilder sein, aus denen ich den Stift destilliere. Was jedoch nicht umgangen werden kann, ist die Verortung in der ehemaligen DDR, denn diese ist wesentlich und ohne sie kann die Geschichte nicht funktionieren. Mit einem Maler oder Musiker hingegen schon, aber nichtsdestotrotz wird der Protagonist dieses Mal ein Schreiberling werden. Ein analytisches, selbstverwühltes Recherchetier eignet sich einfach am besten für diese Geschichte.</p>
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		<title>Die Büchse der Pandora &#8211; &#8220;Der Stift&#8221; begonnen</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 07:48:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autorengefasel]]></category>
		<category><![CDATA[Nähkästchen]]></category>
		<category><![CDATA[DerStift]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Morgen stand ich wie üblich, wenn meine Liebste zur Arbeit muss, mit ihr um fünf auf und setzte noch mein Auto aus der Einfahrt &#8211; als wir gestern nocheinmal an den Ofenkaulen waren, um Bilder vom Schauplatz von &#8220;Die Höhle&#8221; zu machen, meinte ein unaussprechliches Subjekt, dem ich am liebsten die Eier abschneiden und [...]]]></description>
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 Heute Morgen stand ich wie üblich, wenn meine Liebste zur Arbeit muss, mit ihr um fünf auf und setzte noch mein Auto aus der Einfahrt &#8211; als wir gestern nocheinmal an den Ofenkaulen waren, um Bilder vom Schauplatz von &#8220;Die Höhle&#8221; zu machen, meinte ein unaussprechliches Subjekt, dem ich am liebsten die Eier abschneiden und sie ihm zu Fressen geben würde, ihr Auto aufzubrechen, indem es die Scheibe der Beifahrertür zerschlug. Auch wenn es natürlich dramatisch zu berichten wäre, denke ich noch nicht einmal ansatzweise, dass der <em>Geist</em> auf diese Weise sein Mißfallen auszudrücken beliebte, dass ich ihm literarisch huldigte. Dieser nämlich war ausgesprochen umgänglich, ja fast freundlich, was ich natürlich als Abnicken der &#8220;Höhle&#8221; nehme. Nein, dieser vandalisierende Sohn einer räudigen Hündin war schlicht und ergreifend ebenso verachtenswert wie dämlich und das sind gemeinhin nur Menschen: Er klaute die Handtasche, in der sich nichts von materiellem Wert befand (soll er sich an den Magnesium-Brausetabletten erfreuen, ich gönne sie ihm!), übersah aber in seiner unbeschreiblichen Hirnamputiertheit die wohlgefüllte Brieftasche. Wenn es nicht so kalt wäre und A* nicht um halb sechs Uhr morgens eine halbe Stunde zur Arbeit fahren müßte und nicht die Wege zur Polizei wären, dann würde ich in homerisches Gelächter ausbrechen, zumal recht und links neben der kleinen Ford-K-Möhre nicht nur mein wie immer unabgeschlossener Wagen mit fetter Digitaler Spiegelreflex und einem 1.500-Euro-Laptop stand, sondern auch zwei dicke Bonzenkarren. Möge dem räudigen Hundesohn die Eier abfaulen und der Rest seines eh degenerierten Hirns aus den Ohren tropfen. Für mich bedeutet das, das ich die nächsten Tage autolos sein werde und Rosinante hoffentlich die hübsche Reiterin sicher zur Arbeit und zurück bringt. Mir gefällt es tatsächlich, auf diese Weise in meiner Klause zu Breidscheid (hinter Schreck, gleich bei Wahn) sozusagen festzusitzen, mein Öfchen knistern und knäckern zu lassen, ab und an die Schriftstellerkatze Nadu schnurrend im Bücherschrank zu streicheln und meinen Parker zu zücken, um endlich den &#8220;Stift&#8221; zu beginnen.</p>
<p><div class="shashinPhotoGroups"><table class="shashinThumbnailsTable" id="shashinGroup_4_4" style="float: left;">
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<td><div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_4" style="width: 306px;"><a href="http://lh3.ggpht.com/-WliY0GRlly4/Tr9pG6j0DDI/AAAAAAAAWfw/XH8L8WLV_Lg/IMGP5364.JPG?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_4" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group4' })" class="highslide"><img src="http://lh3.ggpht.com/-WliY0GRlly4/Tr9pG6j0DDI/AAAAAAAAWfw/XH8L8WLV_Lg/IMGP5364.JPG?imgmax=320" alt="Die Schriftstellerkatze Nadu, drei Monate alt. Foto: Norman Liebold, 2011." title="Die Schriftstellerkatze Nadu, drei Monate alt. Foto: Norman Liebold, 2011." width="300" height="196" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_4" /></a><div class="highslide-caption"> <div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/Blogbilder2011#5674369623029713970">View at Picasa</a></div>Die Schriftstellerkatze Nadu, drei Monate alt. Foto: Norman Liebold, 2011.<span class="shashinCaptionExif">04-Nov-2010 14:08, PENTAX              PENTAX K-m         , 4.5, 105.0mm, 0.006 sec, ISO 400</span></div>
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 Der &#8220;Stift&#8221; erweist sich als ebenso unerschöpflich, überraschend und eigenwillig wie Nadu, die Schriftsteller-Katze. Ursprünglich &#8211; ziemlich genau vor 5 Jahren &#8211; notierte ich die Geschichtenidee als eine kleine Kriminalnovelle mit philosophisch-psychologischen Spitzfindigkeiten. Übrigens eine, die auf wahren Begebenheiten basiert. Als ich letztes Jahr &#8211; auch in etwa um diese Zeit herum &#8211; nach längerer Zeit wieder am Ort des Geschehens war und selbst ein wenig kriminell wurde, indem ich meine geliebte Stehlampe durch Einstieg in den Keller des jetzt leerstehenden Gebäudes wieder in meinen Besitz brachte, geschah etwas mit der Geschichte in mir. Sie begann, nach außen zu drängen. Der Anlaß dafür war, dass genau das, was in der Geschichtenkonstruktion von 2006 als Ende formuliert wurde, ziemlich genauso eingetroffen ist. Die Erlebnisse bei diesem Besuch hatten ein eigenartiges Gefühl, wie immer, wenn eine der in mir schlafenden Stories blinzelnd das Auge öffnet und sich ähnlich zu recken beginnt, wie man es im Bild links bei Nadu sehen kann. Seitdem und während der Arbeiten an der &#8220;Höhle&#8221; kamen immer wieder Gedankenskizzen zur Ideenniederschrift hinzu. Eine Geschichte in diesem halbschlafenen Zustand ist eine überaus bemerkenswerte Sache. Die mystische Betrachtungsweise wäre zu sagen, daß sie beginnt, sich in die Wirklichkeit auszudehnen und Dinge anzuziehen, die zu ihr gehören. Es geschehen Dinge, die Puzzlestücke aus Schubladen fallen lassen, oder sie versteckt weitere Puzzlestücke in den Taschen des Herbstmantels, so dass man, wenn man ihn Anfang November aus der Truhe holt und in die Tasche greift, plötzlich weitere Geschichten-Details in der Hand hält. Harmlos ausgedrückt.</p>
<p><div class="shashinPhotoGroups"><table class="shashinThumbnailsTable" id="shashinGroup_5_5" style="float: left;">
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<td><div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_5" style="width: 181px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-oZbAdJapXZI/Tr92KnmzmvI/AAAAAAAAWf4/4cm5O7KoZ5Q/02_saalecker_ws_04.JPG?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_5" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group5' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-oZbAdJapXZI/Tr92KnmzmvI/AAAAAAAAWf4/4cm5O7KoZ5Q/02_saalecker_ws_04.JPG?imgmax=320" alt="Saalecker Werkstätten, 2002, Haupthaus" title="Saalecker Werkstätten, 2002, Haupthaus" width="175" height="300" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_5" /></a><div class="highslide-caption"> <div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationStift#5674383980312632050">View at Picasa</a></div>Saalecker Werkstätten, 2002, Haupthaus<span class="shashinCaptionExif">FUJI PHOTO FILM CO., LTD. SP-2000</span></div>
</div></td>
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</div>
Heute Morgen begann ich also, den Geschichtenverlauf, die Charakterstrukturen und die Zeit- und Erzählebenen zu notieren und diejenigen Szenen kurz zu umreissen, die Herz- und Nierenstücke der Geschichte sind. Dass ich mich jetzt hinsetze, um davon zu berichten, liegt an dem unbedingten Gefühl, bei einem Waldspaziergang etwas seltsames aus dem Laub hervor lugen zu sehen. Etwas wie ein geschupptes Schwänzchen. Von einer Eidechse vielleicht, die es nicht rechtzeitig in ihr Winterloch geschafft hat. Und daß das Schwänzchen eisbergspitzentechnisch sich dann als Schwanz herausstellt, der kein Ende nehmen will und immer dicker wird (von der Assoziation einer Erektion bitte ich abzusehen, obgleich das Gefühl dabei nicht ganz unähnlich ist). Und während man Meter um Meter Laub wegschaufelt, immer irritierter, immer faszinierter und zunehmend furchterfüllt, steht man vor der Unglaublichkeit, ganz offensichtlich dabei zu sein, einen Drachen im Wald auszugraben. Und man erinnert sich plötzlich daran, dass man &#8211; so absurd das scheinen mag &#8211; aufgebrochen war, um Drachen zu suchen. Das kleine Spiegelkabinettchen, das ich da in Buchdeckel zu fassen gedacht hatte, erweist sich als ein Kabinett, wie Dr. Parnassus es im gleichnamigen Film von Terry Gilliam betrieb. Die zwar hinterhältigen, aber doch eher kleinen Seitenhiebe, die auf Mißbrauch von Staatsgeldern, die Ewiggestrigen und nicht zuletzt auf das Zerreissen von Familien durch historische Politikae wie die Wende oder das 3. Reich gezielt sind, mausern sich zu Rundumschlägen und das Betrachten des psychologischen Phänomens, einem alten Traum verbissen wieder nachzurennen, wenn die Wirklichkeit zu blinden Scherben zerbricht, plustert sich zu einer Generalkritik durch alle Ebenen, die in ihrer Absolutheit ein ähnlich fasziniert-furchtsames Erschauern auslöst wie der Anblick des im Laub vergrabenen Drachens. Bei diesen Dingen ist jedoch klar, dass ich sie mit Kribbeln in den Fingern angehen und die Herausforderung annehmen werde. Was beim Scribbeln als einziger Punkt noch unklar ist, ist die Frage der Leiche, bzw. ihrer kriminologischen Notwendigkeit. Irgendwie flüstert der &#8220;Stift&#8221;, dass er ein Menschenopfer braucht, und in mir wehrt es sich noch dagegen. Ich mag keine Leichen und Morde sind zum Glück höchst unwahrscheinlich. Andererseits dreht sich der Stift (unter anderem) um einige Millionen veruntreuter Gelder, und dies läßt die Wahrscheinlichkeit doch in einen Bereich steigen, dass ich ein Menschenopfer in Betracht ziehe.</p>
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		<title>Neue Bücher, neues Leben</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 08:24:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autorengefasel]]></category>
		<category><![CDATA[Büchermeldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nähkästchen]]></category>
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		<description><![CDATA[Endlich ist es soweit: &#8220;Die Höhle&#8221; ist ab sofort lieferbar mit den Illustrationen von Alexander Lebedev und mir selbst. Und darüber hinaus auch der neu von Katharina Theine und mir selbst neu illustrierte &#8220;Dichterbrand&#8221; und der überarbeitete &#8220;Gläserne Sarg&#8221;. Die letzten Monate waren, wie man sich denken kann, ein einziges Durcharbeiten &#8211; und es hat [...]]]></description>
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<td><div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_6" style="width: 306px;"><a href="http://lh4.ggpht.com/-iGxhQGiKydU/Tr4AvNEd9HI/AAAAAAAAWbo/jTMUr4GUBRY/buchdruck_boeser-anke-57.JPG?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_6" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group6' })" class="highslide"><img src="http://lh4.ggpht.com/-iGxhQGiKydU/Tr4AvNEd9HI/AAAAAAAAWbo/jTMUr4GUBRY/buchdruck_boeser-anke-57.JPG?imgmax=320" alt="Drucker und Autor. Foto: Anke Böser." title="Drucker und Autor. Foto: Anke Böser." width="300" height="300" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_6" /></a><div class="highslide-caption"> <div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/Doku_Buchdruck_201110#5673973391495656562">View at Picasa</a></div>Drucker und Autor. Foto: Anke Böser.<span class="shashinCaptionExif">02-Nov-2011 15:53, PENTAX              PENTAX K-x         , 5.6, 55.0mm, 0.067 sec, ISO 400</span></div>
</div></td>
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Endlich ist es soweit: &#8220;Die Höhle&#8221; ist ab sofort lieferbar mit den Illustrationen von Alexander Lebedev und mir selbst. Und darüber hinaus auch der neu von Katharina Theine und mir selbst neu illustrierte &#8220;Dichterbrand&#8221; und der überarbeitete &#8220;Gläserne Sarg&#8221;. Die letzten Monate waren, wie man sich denken kann, ein einziges Durcharbeiten &#8211; und es hat sich gelohnt. Nicht nur auf der Ebene der Bücher ist viel geschehen. Die kleine Katze Nadu hat Einzug in die Schriftsteller-Klause im Bergischen Land gehalten und das Fachwerk mit unübersehbarem Vergnügen und katzentypischer Eleganz als ihr neues Königreich erklärt, und das Fachwerkgeschachtel selbst ist endlich fertig möbliert, meine Bibliothek ist mit den letzten ein, zwei Dutzend Kartons angekommen und ich fühle mich endlich zuhause. (Um Mißverständnissen vorzubeugen: Meine schreibklausurige Wohnschnecke im Siebengebirge habe ich natürlich nach wie vor, auch wenn sie jetzt tatsächlich den Charakter einer Datscha zum Zurückziehen und versunken Schreiben angenommen hat.)</p>
<p>Die Rejustierungen, Reanalogisierungen und Entzettelungen, die ich im letzten halben Jahr mit Kompromisslosigkeit durchzog, bzw. mich endlich getraute durchzuziehen, haben Frucht getragen. Das Gestern ist abgepackt, katalogisiert und archiviert, die Zettelkästen leer, die Schreibtische jungfräulich, die Füllfederhalter frisch befüllt und die Notizbücher voller weißer, leise flüsternder Seiten. An dieser Stelle ist es vielleicht angebracht, nochmals eine Bitte um Nachsicht anzubringen: Seit ich vorgestern wieder aus der Funksperre auftauchte, kamen derart viele Bemerkungen und Kommentare in der Richtung, dass mein Anblick Erstaunen hervorriefe, da man mich für verschollen angesehen hatte, dass ich nicht umhin komme, hier nocheinmal zusammenzufassen: Seit 2005 befleißigte ich mich eines Lebens, das effektiv nicht das Leben eines Mannes, sondern das von ca. dreieinhalb gewesen ist. Das Ende des Studiums 2007 nahm vielleicht die schizophrene Teilperson des Studiosus aus der Rechnung, aber es drängten sich direkt zwei neue in die freugewordene Lücke. Auch der Hans Dampf mußte Anfang des Jahres eingestehen, dass ihm die Puste ausging und er weder die Kraft noch (das vor allem) die Geduld hatte, Altlasten und Unnötiges weiter mit sich herum zu zerren. Ich rejustierte mich auf die Dinge, die mir wirklich wichtig sind und die sich, seit ich zurückdenken kann, nicht wesentlich geändert haben. Und schmiß den Rest über Bord, ehe ich kenterte. Danach war Entwöhnung (oder Entzugsüberwindung?) notwendig, aber auch, dass ich das Paddel nahm und den Wesen auf die Finger, Krallen und Tentakel schlug, die versuchten, wieder ins Boot zurück zu krabbeln, klettern oder schlüpfen. Was bedingte, dass ich  effektiv ein halbes Jahr nicht wirklich erreichbar war &#8211; und es auch nie wieder in der gewesenen Form zu sein beabsichtige.</p>
<p>Jetzt ist das jungfräuliche Moleskine aufgeschlagen, die Füller frisch befüllt und im Ofen knistert und knäckert munter das Feuerchen. Ruhe ist eingekehrt, und Freude und Leichtigkeit. Die ersten 20 Lesungen für 2012 stehen, das Sax und die Klarinette sind mit neuen Blättern bestückt und meine Bibliothek verspricht gemütliche Leseabende am Ofen. Den Winter werde ich im Fachwerk verbringen und vor allem am Krimi &#8220;Der Stift&#8221; arbeiten, die &#8220;Ansichten eines Aktmodells&#8221; endlich vollenden und mit den Siebengebirgsmärchen beginnen. Vielleicht komme ich sogar dazu, mit den Arbeiten am &#8220;Zeitenquell&#8221;, diesem äußerst umfänglichen Romanprojekt, zu beginnen, das seit 2003 in der Mache ist. Es werden viele Zeichnungen für diese Bücher entstehen und mit meinen Musikern von &#8220;WortAnKlang&#8221; werden neue abendfüllende Shows eingeprobt. Ansonsten freue ich mich auf lange Spaziergänge und schöne Konzerte, auf Stunden mit Silberarbeiten und fiebere gerade dem &#8220;Stift&#8221; entgegen, dessen spiegelnde Vielschichtigkeit eine ganz besondere Herausforderung werden wird.</p>
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		<title>Dichterbrand – die Illustration der zweiten Auflage</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 05:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autorengefasel]]></category>
		<category><![CDATA[Siebengebirgskrimi]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 11.11.2011 bekommt der &#8220;Dichterbrand&#8221; ein neues Gewand: In seiner zweiten Auflage erscheint er auf wunderschönem Munken Volumen in Cremeweiss mit einem 300g starken Vierfarbcover, ist um 30 Seiten angewachsen, damit man ihn nicht mehr mit der Lupe lesen muss und wird auf einer Original Heidelberg Druckmaschine von 1963 gedruckt. Aber das vielleicht wichtigste und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 205px"><img alt="Cover Dichterbrand" src="http://lieboldbuch.de/wp-content/AV_Coverbilder/Cover_Produktseiten/dichterbrand2_buchbild.png" title="Cover Dichterbrand" width="195" height="320" />
<p class="wp-caption-text">Cover Dichterbrand</p>
</div>
<p>Am 11.11.2011 bekommt der &#8220;Dichterbrand&#8221; ein neues Gewand: In seiner zweiten Auflage erscheint er auf wunderschönem Munken Volumen in Cremeweiss mit einem 300g starken Vierfarbcover, ist um 30 Seiten angewachsen, damit man ihn nicht mehr mit der Lupe lesen muss und wird auf einer Original Heidelberg Druckmaschine von 1963 gedruckt. Aber das vielleicht wichtigste und schönste ist: Für die Neuauflage haben meine Lieblingsillustratorin <a href="http://www.katharina-theine.de" >Katharina Theine</a> und ich selbst uns daran gesetzt und einen Illustrationszyklus aus 10 Zeichnungen geschaffen.<br />
Im Buch finden sie jetzt immer abwechselnd eine Zeichnung von Katharina und mir. Ihre sind in Pastell auf Din A2 gearbeitet, meine &#8211; natürlich &#8211; als Tuschezeichnungen. Die Pastellarbeiten zeigen Quirin Hundtemanns Blickwinkel, während ich den Blick auf Quirin lenke und ihn selber zeige. Wobei die letzte meiner Zeichnungen eine Ausnahme darstellt, zeigt sie doch nicht Quirin, sondern Richard Recknagel. Der Roman spielt mit Identitäten: der Literatur-Magister untersucht den Fall des Schriftstellers, der auf dem Wohnwagenplatz verbrannt ist, und unschwer läßt sich das Augenzwinkern übersehen. Der Dichterbrand entstand kurz nach meinem Magisterabschluss in verschiedenen literarischen Studienfächern und ich Schriftsteller lebte während des Magisters und die vier Jahre darauf auf ebendiesem Wohnwagenplatz. Auch Katharina spielt in ihrer letzten Zeichnung mit dieser im Roman versteckten Ironie, dass ich selbst meine eigene Verbrennung aufkläre: Wenn Sie sich die 5. Zeicnhnung von Katharinas Hand ansehen, werden Sie feststellen, dass auf dem Bucheinband des &#8220;Dichterbrand&#8221; nicht &#8220;Michael Recknagel&#8221; oder &#8220;Richard Beckmann&#8221; steht, sondern &#8220;Norman Liebold&#8221;.</p>
<p>
<div class="shashinPhotoGroups">
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<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_1" style="width: 148px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-rYN5NtcKDgc/TqzeYj76PwI/AAAAAAAAWB8/ci7z_A3A79M/IMGP4451.JPG?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_1" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group1' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-rYN5NtcKDgc/TqzeYj76PwI/AAAAAAAAWB8/ci7z_A3A79M/IMGP4451.JPG?imgmax=320" alt="Norman Liebold. Foto: Anke Böser 2011." title="Norman Liebold. Foto: Anke Böser 2011." width="142" height="300" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_1" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5669150544497360642">View at Picasa</a></div>
<p>Norman Liebold. Foto: Anke Böser 2011.<span class="shashinCaptionExif">12-Okt-2011 18:21, PENTAX              PENTAX K-x         , 8.0, 24.38mm, 0.1 sec, ISO 800</span></div>
</div>
</td>
</tr>
</table>
<p><script type="text/javascript">addHSSlideshow('group1');</script>
</div>
<p> Die Erstellung der Illustrationen hat sehr viel Freude gemacht. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meiner Partnerin bedanken, die für mich eine Reihe von Photos machte, mit Hilfe derer ich die Faltenwurf und die eine oder andere Schwierigkeit in kuriosen Körperhaltungen studieren konnte. Die Shootings haben ausgesprochen viel Spaß gemacht!<br />
<br clear="all"><br />
Hier für Sie die Zeichnungen:</p>
<div class="shashinPhotoGroups">
<table class="shashinThumbnailsTable" id="shashinGroup_2_2" style="margin-left: auto; margin-right: auto;">
<caption></caption>
<tr>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_2" style="width: 156px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-Tg28u9NUlHY/TqvjEfUw2sI/AAAAAAAAWA8/qaZ-Zspwhr0/liebold__01_quirin-im-sessel.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_2" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-Tg28u9NUlHY/TqvjEfUw2sI/AAAAAAAAWA8/qaZ-Zspwhr0/liebold__01_quirin-im-sessel.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Illustration für das 1. Kapitel: Quirin im Sessel. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." title="Illustration für das 1. Kapitel: Quirin im Sessel. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_2" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874222243470018">View at Picasa</a></div>
<p>Illustration für das 1. Kapitel: Quirin im Sessel. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.</p></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_3" style="width: 156px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-rlol20I1eVU/TqvjFrPDIgI/AAAAAAAAWBA/ROwUCsYDbOA/friedhof.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_3" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-rlol20I1eVU/TqvjFrPDIgI/AAAAAAAAWBA/ROwUCsYDbOA/friedhof.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Quirin auf dem Eudenbacher Friedhof. Illustration für das 3. Kapitel von 'Dichterbrand'. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." title="Quirin auf dem Eudenbacher Friedhof. Illustration für das 3. Kapitel von 'Dichterbrand'. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_3" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874242620596738">View at Picasa</a></div>
<p>Quirin auf dem Eudenbacher Friedhof. Illustration für das 3. Kapitel von &#8216;Dichterbrand&#8217;. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.</p></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_4" style="width: 156px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-IOMlAu1MGCI/TqvjHL2Bs1I/AAAAAAAAWBE/K7poEw5SHZ8/widerg%2525C3%2525A4nger.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_4" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-IOMlAu1MGCI/TqvjHL2Bs1I/AAAAAAAAWBE/K7poEw5SHZ8/widerg%2525C3%2525A4nger.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Der Widergänger. Illustration zum 9. Kapitel des 'Dichterbrand'. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." title="Der Widergänger. Illustration zum 9. Kapitel des 'Dichterbrand'. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_4" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874268553884498">View at Picasa</a></div>
<p>Der Widergänger. Illustration zum 9. Kapitel des &#8216;Dichterbrand&#8217;. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.</p></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_5" style="width: 156px;"><a href="http://lh6.ggpht.com/-EnmrIABHOB0/TqvjIFoiPYI/AAAAAAAAWBI/nYoLvuXLTys/soldaten.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_5" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh6.ggpht.com/-EnmrIABHOB0/TqvjIFoiPYI/AAAAAAAAWBI/nYoLvuXLTys/soldaten.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Illustration für &quot;Dichterbrand&quot; - Quirin und die Soldaten. Norman Liebold, 2011, Tusche auf Papier." title="Illustration für &quot;Dichterbrand&quot; - Quirin und die Soldaten. Norman Liebold, 2011, Tusche auf Papier." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_5" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874284066553218">View at Picasa</a></div>
<p>Illustration für &#8220;Dichterbrand&#8221; &#8211; Quirin und die Soldaten. Norman Liebold, 2011, Tusche auf Papier.</p></div>
</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_6" style="width: 156px;"><a href="http://lh3.ggpht.com/-clrrLHGbIfw/TqvjIzcgAAI/AAAAAAAAWBM/BXg3pBSePkA/millinger.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_6" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh3.ggpht.com/-clrrLHGbIfw/TqvjIzcgAAI/AAAAAAAAWBM/BXg3pBSePkA/millinger.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Latein-Duell in der Buchhandlung. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." title="Latein-Duell in der Buchhandlung. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_6" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874296364105730">View at Picasa</a></div>
<p>Latein-Duell in der Buchhandlung. Norman Liebold 2011, Tusche auf Papier 29,7 x 42 cm.</p></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_7" style="width: 156px;"><a href="http://lh6.ggpht.com/-kq-tWUfkl9M/TqvjtjxEOcI/AAAAAAAAWBY/CjFa9YViH6g/reporter_sw.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_7" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh6.ggpht.com/-kq-tWUfkl9M/TqvjtjxEOcI/AAAAAAAAWBY/CjFa9YViH6g/reporter_sw.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." title="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_7" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874927810558402">View at Picasa</a></div>
<p>Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.<span class="shashinCaptionExif">10-Okt-2011 16:05, PENTAX              PENTAX K-x         , 50.0mm, 0.05 sec, ISO 100</span></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_8" style="width: 156px;"><a href="http://lh4.ggpht.com/-OZ6nh4rvgjw/TqvjuxKFkkI/AAAAAAAAWBc/tSDOQzdL3zU/bestatter_sw1.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_8" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh4.ggpht.com/-OZ6nh4rvgjw/TqvjuxKFkkI/AAAAAAAAWBc/tSDOQzdL3zU/bestatter_sw1.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." title="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_8" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874948585034306">View at Picasa</a></div>
<p>Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.<span class="shashinCaptionExif">10-Okt-2011 15:52, PENTAX              PENTAX K-x         , 50.0mm, 0.022 sec, ISO 100</span></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_9" style="width: 156px;"><a href="http://lh6.ggpht.com/-dGA0r3elaJk/TqvjwIgKUfI/AAAAAAAAWBg/GPnP1knbXxE/bauer_buhr_sw.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_9" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh6.ggpht.com/-dGA0r3elaJk/TqvjwIgKUfI/AAAAAAAAWBg/GPnP1knbXxE/bauer_buhr_sw.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." title="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_9" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874972031504882">View at Picasa</a></div>
<p>Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.<span class="shashinCaptionExif">10-Okt-2011 15:49, PENTAX              PENTAX K-x         , 50.0mm, 0.022 sec, ISO 100</span></div>
</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_10" style="width: 156px;"><a href="http://lh5.ggpht.com/-eYI8Vuo-cto/TqvjnvfzjXI/AAAAAAAAWBU/o1jr_G62pVw/frieda_repro_sw.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_10" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh5.ggpht.com/-eYI8Vuo-cto/TqvjnvfzjXI/AAAAAAAAWBU/o1jr_G62pVw/frieda_repro_sw.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." title="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_10" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874827880172914">View at Picasa</a></div>
<p>Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.<span class="shashinCaptionExif">13-Okt-2010 16:42, PENTAX              PENTAX K-m         , 5.6, 55.0mm, 0.022 sec, ISO 100</span></div>
</div>
</td>
<td>
<div class="shashinThumbnailDiv" id="shashinThumbnailDiv_11" style="width: 156px;"><a href="http://lh6.ggpht.com/-IsrmC0--eAw/TqvjmQ4VSyI/AAAAAAAAWBQ/ksn2PFzo9os/recknagel_repro_sw.jpg?imgmax=800" id="shashinThumbnailLink_11" onclick="return hs.expand(this, { autoplay: false, slideshowGroup: 'group2' })" class="highslide"><img src="http://lh6.ggpht.com/-IsrmC0--eAw/TqvjmQ4VSyI/AAAAAAAAWBQ/ksn2PFzo9os/recknagel_repro_sw.jpg?imgmax=150&amp;crop=1" alt="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." title="Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2." width="150" height="150" class="shashinThumbnailImage" id="shashinThumbnailImage_11" /></a>
<div class="highslide-caption">
<div class="shashinHighslideLinkToOriginalPhoto"><a href="https://picasaweb.google.com/100693356494846726543/BuchdokumentationDichterbrand#5668874802481679138">View at Picasa</a></div>
<p>Katharina Theine: Illustration zu Dichterbrand. Pastell auf Papier, Din A2.<span class="shashinCaptionExif">13-Okt-2010 16:41, PENTAX              PENTAX K-m         , 5.6, 55.0mm, 0.033 sec, ISO 100</span></div>
</div>
</td>
</tr>
</table>
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</div></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.norman-liebold.com/2011/10/30/dichterbrand-die-illustration-der-zweiten-auflage/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Höhle – aus dem 5. Kapitel</title>
		<link>http://www.norman-liebold.com/2011/10/29/die-hohle-%e2%80%93-aus-dem-5-kapitel/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=die-hohle-%25e2%2580%2593-aus-dem-5-kapitel</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 09:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[SchmökerEcke]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://schmoekerecke.norman-liebold.de/?p=424</guid>
		<description><![CDATA[Leseprobe aus Liebold, Norman: Die H&#246;hle. K&#246;nigswinter 2011. Copyright by Norman Liebold, 2011. Links zum Buch: Buchbeschreibung Illustrationen Hintergr&#252;nde zum Buch &#8220;Die H&#246;hle&#8221; im Buchshop Aus der Tiefe gurgelten die verzerrten Echos. Keine Antwort. Vorsichtig trat er einige Schritte hinein. Es roch eigenartig metallisch, und das Schimmern vor ihm wurde deutlicher. Es f&#252;llte den gesamten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table width="100%" border="0" cellspacing="3" cellpadding="3">
<tbody>
<tr>
<td valign="top"><img class="alignnone" src="http://schmoekerecke.norman-liebold.de/wp-content/AV_Coverbilder/thumbnails/die-hoehle_buchbild.png" alt="Cover 'Die H&#246;hle'" border="1" /></td>
<td align="right" valign="top">Leseprobe aus Liebold, Norman: Die H&#246;hle. K&#246;nigswinter 2011.</p>
<p>Copyright by Norman Liebold, 2011.</p>
<p><strong>Links zum Buch</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://die-hoehle.lieboldbuch.de/">Buchbeschreibung</a></li>
<li><a href="http://lieboldbuch.de/publikationen/die-hohle/die-hohle-illustrationen/">Illustrationen</a></li>
<li><a href="http://lieboldbuch.de/2011/10/29/die-hohle-von-der-idee-zum-buch/">Hintergr&#252;nde zum Buch</a></li>
<li><a href="http://shop.amator-veritas.de/product_info.php?products_id=29">&#8220;Die H&#246;hle&#8221; im Buchshop</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr size="1">
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 175px"><a href="https://lh5.googleusercontent.com/-wOAY_SEbyrA/TqeKpkBXkWI/AAAAAAAAV40/BwzHQDC9SY4/s576/2011-07-10_hoehle_kap5.jpg" rel="lightbox[424]"><img title="Kapiteleingangsornament f&#252;r das 5. Kapitel. Tusche auf Papier, Norman Liebold 2011" src="https://lh5.googleusercontent.com/-wOAY_SEbyrA/TqeKpkBXkWI/AAAAAAAAV40/BwzHQDC9SY4/s320/2011-07-10_hoehle_kap5.jpg" alt="Kapiteleingangsornament f&#252;r das 5. Kapitel. Tusche auf Papier, Norman Liebold 2011" width="165" height="320" /></a>
<p class="wp-caption-text">Kapiteleingangsornament f&#252;r das 5. Kapitel. Tusche auf Papier, Norman Liebold 2011</p>
</div>
<p>Aus der Tiefe gurgelten die verzerrten Echos. Keine Antwort. Vorsichtig trat er einige Schritte hinein. Es roch eigenartig metallisch, und das Schimmern vor ihm wurde deutlicher. Es f&#252;llte den gesamten Felsengang aus. Eine ebene Fl&#228;che, eine Wand aus spiegelndem Material. Die Kerzenflamme und sein eigenes, verst&#246;rtes Gesicht kamen ihm entgegen. Verzerrt wie in einem alten, verzogenen Spiegel. Wo die Fl&#228;chen auf den Fels trafen, waren sie fleckig; rostige Streifen liefen hinunter. Die Oberfl&#228;che war von knopfgro&#223;en stumpfsilbernen Nieten durchbrochen. Das Ding wirkte genauso seltsam wie die gigantischen Felsquader in der Halle – hier konnte Silvia nicht durchgekommen sein. Er war im Begriff, sich wieder umzudrehen, als er, halb aus dem Augenwinkel, eine Bewegung im Spiegel wahrnahm. Sein Spiegelbild hatte sich bewegt – oder vielmehr nicht bewegt – es stand noch genauso da, die Kerze mit der Hand abgeschirmt, das Gesicht von unten angestrahlt. Es schaute ihn an. Manuel sp&#252;rte, wie sein Gesicht sich mit dem Ausdruck von Furcht f&#252;llte, aber sein Spiegelbild schaute ihm unver&#228;ndert aus der gl&#228;nzenden Fl&#228;che entgegen. Der Ausdruck seines Gesichts schien kalt und berechnend. Manuel hob die Kerze ein wenig und senkte sie wieder. Die Kerze im Spiegel folgte der Bewegung nicht. Mehrere Herzschl&#228;ge verstrichen, dann hob sein Spiegelbild die Kerze mit einer kurzen, schnellen Bewegung, um sie sofort wieder zu senken – eine h&#246;hnische Parodie. Das Spiegelbild l&#228;chelte ein kaltes, unangenehmes L&#228;cheln.<br />
Das Gef&#252;hl, irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit zu h&#228;ngen, wurde so stark, dass Manuel schwindelte. Sein Spiegelbild machte einen Schritt auf ihn zu, st&#252;tzte die Hand gegen die glatte Fl&#228;che, lehnte sich dagegen und legte den Kopf schief. Es weidete sich an Manuels Schrecken, beobachtete mit Genuss, wie das Entsetzen in ihm hoch kroch – ein Entsetzen, das grausamer war als ein sich selbstst&#228;ndig machendes Spiegelbild, unheimlicher als das Gef&#252;hl, dass der eigenen Wahrnehmung jetzt &#252;berhaupt nicht mehr zu trauen war. Es war nicht die Angst, dass ihn dieser Mann dort vernichten wollte und sich daf&#252;r in einer Anwandlung grotesken Humors seine Gestalt geliehen hatte.<br />
Er kannte ihn &#252;ber die Vertrautheit hinaus, die das eigene Spiegelbild hat. Die &#196;hnlichkeit war auch weniger die eines Spiegelbildes, sondern eher die zwischen Zwillingen. Der Spiegel hatte ein kaltes, hartes Gesicht und Augen, aus denen Berechnung sprach. Und eine subtile Grausamkeit. Er grinste, als er Manuels Erkennen sah. Er &#246;ffnete den Mund, und f&#252;r Manuels Wirklichkeitsempfinden war es wie ein Schlag in die Magengrube, als seine eigene Stimme dumpf durch den Spiegel drang. „Sie ist hier durch gekommen“, sagte er. „Aber dir werde ich es bestimmt nicht so leicht machen.“ Sein Lachen war leise und gemein. „Ich sehe gar nicht ein, warum ich einem so selbstgerechten Arschloch wie dir eine Chance geben sollte.“<br />
„Wer bist du?“ Manuels Stimme war leise und heiser.<br />
„Ich glaube nicht, dass ich dir das erkl&#228;ren muss.“<br />
„Bist du mein dunkles Selbst?“<br />
Der andere begann zu lachen. Die Frage schien ihn ungemein zu am&#252;sieren. „Wir sind hier nicht in irgend einem pseudo-psychologischen Fantasy-Roman, mein Lieber. Ich bin kein dunkles Selbst, mit dem du dich vers&#246;hnen musst, um die Einheit deiner Seele wiederzuerlangen. Ich bin blo&#223; dein beschissenes Spiegelbild – ungefiltert, sozusagen.“<br />
Manuel wusste nichts zu entgegen. Es gab zu viele Momente in seiner Erinnerung, in denen er ihn schon gesehen hatte. Momente, die ihn wie kaum etwas anderes verunsicherten. In denen seine Selbstwahrnehmung pl&#246;tzlich gekippt war und ihn sich selbst als Arschloch zeigten: Egozentrisch, selbstgerecht und mit Lust verletzend.<br />
„Gut erkannt“, erkl&#228;rte das Spiegelbild, l&#228;ssig gegen die andere Seite der Scheibe gelehnt. „Du bist eine schlecht konstruierte L&#252;ge. Dein ganzes Wesen ist ein Flickwerk aus Selbstbetrug. Deine Erinnerung Sch&#246;nf&#228;rberei.“ Er fixierte Manuel durch den Spiegel hindurch, beobachtete mit kaltem L&#228;cheln, wie seine Worte einschlugen. „Die Menschen, die du Freunde nennst, sie dulden dich nur und ertragen deine Klugschei&#223;ereien und Bevormundungen nur aus Pflichtgef&#252;hl und Nachsicht. Wirklich m&#246;gen tun sie dich nur so lange sie noch nicht gemerkt haben, wie du wirklich bist. Weil du sie get&#228;uscht hast mit deinem gebildeten Gelaber und den L&#252;gen &#252;ber dich selbst, an die du sogar selber glaubst.“<br />
„Halt die Schnauze!“, kreischte Manuel.<br />
„Aber warum denn?“ Das Spiegelbild zeigte sich unbeeindruckt. Es entbl&#246;&#223;te nur noch mehr Z&#228;hne beim Grinsen. Spitze Z&#228;hne. Manuel suchte nach Worten, die er ihm entgegen schreien konnte, aber er fand keine. Seine Brust schien bersten zu wollen von einer w&#252;tenden Angst; er wollte gegen diesen Spiegel anrennen und ihn zertr&#252;mmern. „Ich werde mir bestimmt nicht von einem wie dir das Maul verbieten lassen. Einem, der den Menschen, die ihn lieben, unendlichen Schmerz zuf&#252;gt. Du Pseudo-Psychologe hast deine beschissenen pubert&#228;ren &#196;ngste vor der &#252;berm&#228;chtigen Frau auf liebenswert-arglose M&#228;del projiziert und sie zu dunklen, intriganten G&#246;ttinnen gemacht in deinem verkorksten Hirnkasten – und deine komische Weibsspinne in ihnen bek&#228;mpft. Hast ihnen mit deinen Vorw&#252;rfen und Unterstellungen das Herz zerrissen und ihre Gef&#252;hle mit F&#252;&#223;en getreten. B&#246;se Absichten, Marionettenspielerinnen, Intrigenspinnerinnen, Psychovampire, sch&#246;ne M&#252;llerinnen, die hinter ihrer h&#252;bschen Larve b&#246;sartige, hinterlistige Monstren verstecken.“<br />
„H&#246;r auf, h&#246;r endlich auf!“, kreischte Manuel in einem fort. Seine Stimme &#252;berschlug sich, und er hatte die H&#228;nde auf die Ohren gepresst. Aber es half nichts: weder die H&#228;nde auf den Ohren noch sein Geschrei konnten auch nur ein Wort des Spiegelbildes ersticken. L&#228;ssig gegen seine Seite der Scheibe gelehnt sprach es ruhig und ohne die Stimme auch nur zu heben: „Schau dich doch an. Du benimmst dich wie ein verzogener Sechsj&#228;hriger, wenn er seinen Wutausbruch bekommt. Willst du nicht noch ein bisschen mit den F&#252;&#223;en stampfen? Du wei&#223;t, dass ich Recht habe! Nur getroffene Hunde bellen. Ich kann dir noch mehr sagen, Br&#252;derchen.“ Das Spiegelbild brachte sein Gesicht ganz nah an die Scheibe. Vor dem unendlich kalten L&#228;cheln beschlug die Oberfl&#228;che, aus den Augen blickte eine Verachtung, ein Bel&#228;cheln, die die Wut in Manuel ins Ma&#223;lose steigerte; eine Wut, die seltsam ungerichtet kochte und tobte und seine Brust sprengen wollte und keinen Ausgang, kein Ventil fand. Sie wollte nichts als das Spiegelbild zum Schweigen bringen. Denn jedes Wort war wie eine gl&#252;hende Nadel, die bis hinab ins Innerste stach und Dinge weckte, Dinge, die Manuel von innen her zerbissen und zerkratzten. Das Spiegelgrinsen wurde noch ein wenig breiter. Das Am&#252;sement trat in den Vordergrund, ein so herablassend-ver&#228;chtliches Am&#252;sement, dass die Wut noch ein wenig mehr hoch kochte und Manuel den Atem nahm. Die Linien um den Mund des Spiegelbildes verzogen sich zu einem breiten Grinsen – und dar&#252;ber hinaus. Das Grinsen verzerrte das Gesicht – es erinnerte an die Metamorphosen des M&#252;llerin-Gesichtes auf dem Spinnenleib, nur subtiler: die Nase bekam einen leichten Knick, als w&#228;re sie einmal gebrochen gewesen; um die Augen vertiefte sich das Netz aus F&#228;ltchen, der Haaransatz wich zur&#252;ck. Manuel starrte ihn an. H&#228;tte der Spiegel ihn gespiegelt, h&#228;tte er die seltsam widerspr&#252;chliche Mischung von Gef&#252;hlen auf seinem Gesicht gesehen. Die Unterw&#252;rfigkeit eines gepr&#252;gelten Hundes, der Stolz des M&#228;rtyrers, die Bewunderung des kleinen Jungen, der Hass des Wehrlosen. Am st&#228;rksten vielleicht die Spuren eines Jahrzehnte dauernden Ringens um Anerkennung, die auf Spott, Ablehnung und ewiges Herumn&#246;rgeln st&#246;&#223;t. „Du!“, stie&#223; Manuel tonlos hervor. Seine entgleisten Gesichtz&#252;ge waren nur ein schwaches Abbild der K&#228;mpfe in seinem Inneren. Das Gesicht vor ihm, kalt l&#228;chelnd mit Augen, die sich k&#252;hl distanziert in seine Seele bohrten, stie&#223;en eine T&#252;r auf, rissen eine Mauer ein, und eine Flut aus Bildern, Szenen und Gef&#252;hlen brach hervor. Manuel war f&#252;nf, und er war zehn. Er war zw&#246;lf und er war junger Erwachsener. Und alles, was er tat, f&#252;hlte und sprach, alles was ihm wichtig war und was er liebte, alles, worauf er stolz war, was er hoffte und w&#252;nschte, alles wurde mit harten Worten in den Dreck getreten. Immer wieder, immer aufs Neue. Er war ein St&#252;ck stinkende Schei&#223;e, unw&#252;rdig, dumm und unf&#228;hig. Ein Dilettant und Versager, ein h&#228;sslicher Kretin. Die unb&#228;ndige Liebe und Bewunderung, die er tief in sich trug, durchlief ein st&#228;ndiges Wechselbad zwischen brutaler Verletzung und Momenten der Seligkeit. Er h&#246;rte die Stimme tief in seinem Innersten. Sie war immer da gewesen, die ganze Zeit, all die Jahre. Und er h&#246;rte, was sie sprach. Wie sie ihn auseinander nahm, demontierte und jedes Teil f&#252;r schlecht befand. Dass nur noch Zweifel in ihm war, nein, Gewissheit, dass alles, was ihn ausmachte, alles, was er zu k&#246;nnen glaubte, alles, was er tat, nichts wert war. Weniger als nichts. Und wenn irgendjemand meinte, dass es gut sei, dann log er entweder, versuchte, sich einzuschleimen oder war schlicht zu bl&#246;d, um zu sehen, wie schei&#223;e es in Wirklichkeit war.<br />
„Du!“, sagte Manuel ein zweites Mal. Er hob den Blick und schaute das Spiegelbild an. Er f&#252;hlte, dass sein Blick jetzt ebenfalls bohrend war. Sein R&#252;ckgrat straffte sich, die H&#228;nde ballten sich zu F&#228;usten. Wie gut kannte er dieses Gesicht! Auch wenn er es seit Jahren nicht gesehen hatte. Und er begriff, dass es nichts genutzt hatte, seinen Tr&#228;ger aus seinem Leben heraus zu sezieren – er trug ihn mit sich herum. Und selbst wenn er seine inneren Ohren f&#252;r seine Stimme verschlossen hatte – sie sprach dennoch weiter, und sie tarnte sich als seine eigene.<br />
Er machte einen Schritt auf den Spiegel zu und zu seinem Erstaunen sah er, dass das &#252;berhebliche L&#228;cheln ihm gegen&#252;ber zerbr&#246;ckelte und in die so wohl bekannten Augen etwas kroch, das wie Furcht wirkte. Das Durcheinander von Wut und Angst in Manuel – wirr und wild &#252;berkochend, wie ein tollw&#252;tiges Tier kreischend in seiner Brust – wurde ruhig und k&#252;hl. Klar. Gerichtet. Noch ein Schritt. Manuel stand jetzt direkt vor dem Spiegel. Der andere versuchte, die Maske seiner L&#228;ssigkeit aufrechtzuerhalten, aber es gelang ihm nicht. Als Manuel direkt vor dem Spiegel stand, wich er einen Schritt zur&#252;ck. Widerwillig, fast ein wenig ungl&#228;ubig.<br />
„Du hast keine Macht mehr &#252;ber mich“, sagte Manuel. „Ich habe dich erkannt.“ Er rief sich das Gef&#252;hl ins Ged&#228;chtnis, wie seine Hand in die Wunde des Kristalls getaucht war und geheilt hatte, streckte den Arm aus und legte die Finger auf das Glas des Spiegels. Sie tauchten in das polierte Metall, als w&#228;re es aus Spinnweben. Das Spiegelbild stolperte einen weiteren Schritt zur&#252;ck. Und sein Gesicht verzerrte sich in einer Mischung aus Angst und Hass. Manuel zerriss den Spiegel wie ein Spinnennetz. Mit jedem Griff in die spiegelnde Oberfl&#228;che, jeder ausgreifenden Armbewegung zerrte er einen halben Meter herunter. Unz&#228;hlige schwarze Witwen, diesmal in nat&#252;rlicher Gr&#246;&#223;e, krochen &#252;ber die H&#246;hlenwand davon und verschwanden in Ritzen und Spalten. Und mit dem Gesicht des Spiegelbildes geschah Unheimliches. Es war, als fetzte eine unsichtbare Klaue eine Maske von seinem Sch&#228;del. Jeder spiegelzerrei&#223;ende Hieb Manuels zerriss auch das Gesicht vor ihm. Und darunter bewegte es sich. Eine schwarze, wimmelnde Masse. Und wo der Mund war – Z&#228;hne. Lang, spitz, wie aus Glas. Ein Maul mit Hunderten von Z&#228;hnen; die Lippen zuckende W&#252;lste.<br />
„Was dachtest du?“, kr&#228;chzte die Stimme des Spiegelbildes. Ein Gurgeln und R&#246;cheln wie das Echo in den G&#228;ngen des Bergs. Es lachte. „Dass du irgendwelche verdrehten Komplexe in dir entdeckst und ich mich – kaum, dass du sie sehen kannst – in Wohlgefallen aufl&#246;se? Ich habe dir schon einmal gesagt, dass du dich nicht in einem pseudo-psychologischen Selbstfindungsroman befindest.“ Er trat einen Schritt auf Manuel zu und zerriss mit einem Hieb seiner Hand den letzten Rest des Spiegels. Zugleich fiel das letzte Menschliche von seinem Gesicht ab. Und von seinem K&#246;rper. Im Gang stand eine mannshohe Gestalt, die Glieder in st&#228;ndiger Verwandlung. Schwarzes Wimmeln, dass sich in immer neuen Formen zusammenfand. Millionen Schwarzer Witwen, vielleicht. Oder K&#228;fer. Manuel konnte es im flackernden, schwachen Licht nicht erkennen. Nur die glitzernden Z&#228;hne aus Glas und das Maul blieben. „Hat die Spiegelwand deinen Weg versperrt, Manuel? Oder hat sie dich vor mir besch&#252;tzt? Das ist sicherlich eine Frage, die dich im Moment besch&#228;ftigt, vermute ich.“ Das Spiegelbild machte einen Sprung, der nichts menschliches mehr an sich hatte: Es schw&#228;rmte, floss, quoll und nur das zahngef&#252;llte Maul bewahrte seine Form. Es prallte nicht gegen Manuel – ein Strom unz&#228;hliger vielbeiniger, schwarz gl&#228;nzender K&#246;rper traf seine Brust und h&#252;llte ihn ein. Sie waren &#252;berall. Krochen &#252;ber Beine, Bauch und Arme, &#252;ber Hals und R&#252;cken – bedeckten Kinn, Wangen, Lippen, Augen. Drangen durch &#196;rmel, Kragen und Hosenbeine; waren &#252;berall auf seiner nackten Haut. Und in seinem Nacken bildeten sie einen Klumpen. Das Maul. Manuel konnte es nicht sehen, aber er sp&#252;rte es. F&#252;hlte die nadelspitzen Glas-Z&#228;hne. Sie drangen in seine Haut. Er schrie, und die Dinger str&#246;mten in seinen Mund. Tausend nadelfeine Bisse flammten &#252;berall an seinem K&#246;rper auf, vereinigten sich, flossen zu einem allumfassenden, brennenden Schmerz zusammen. Manuel schlug um sich, warf sich auf den Boden, w&#228;lzte sich &#252;ber den Fels. Sie klebten an ihm, krallten, bissen, dr&#228;ngten in jede Spalte; ihre K&#246;rper sa&#223;en in den Achseln, auf den Augenlidern, Lippen. Manuel sprang auf und rannte – rannte schreiend, um sich schlagend, den Felsengang hinunter, schlug auf seinen K&#246;rper ein, zermalmte mit jedem Schlag ein Dutzend der schwarzgl&#228;nzenden K&#246;rper – aber genauso viele str&#246;mten nach. Sein Blick flackerte, die Felsw&#228;nde flimmerten in wilden Farben, er roch verwesendes Fleisch, dann Erdbeeren in wilden Wechsel; das Parf&#252;m einer l&#228;ngst vergessenen Geliebten. Und tief in seinem Nacken sa&#223;en die Z&#228;hne aus Glas. Es war, als krallte sich ein Vampir auf seinen R&#252;cken und zugleich, als w&#228;re er in ein riesiges Wespennest gefallen.<br />
Aus dem Fels der H&#246;hlenwand pressten sich steinerne Gesichter und glotzten ihm entgegen. Wurzelh&#228;nde ragten und griffen nach ihm. Ein Schlauch aus Gesichtern und H&#228;nden. Erdm&#252;nder &#246;ffneten sich, Stimmen wie knirschender Kies schrien. Er kannte sie, unter Wurzelhaaren und rissiger Felshaut erkannte er sie. Hunderte bekannte Gesichter aus Stein. Er h&#246;rte die kiesel-knirschenden Stimmen. Alle seine Qu&#228;lgeister waren hier, zu einer Masse aus Gesichtern und H&#228;nden verbacken. Manuel rannte, die schreienden Stein-Fratzen rasten vorbei. Sie schrien Vorw&#252;rfe, Anklagen. Sie schrien Forderungen. Sie schrien ihm entgegen und hinterher. Ein Spie&#223;rutenlauf. Manuel wurde schwarz vor Augen, alles schwankte; er rannte weiter. Er wusste: wenn er fiele, k&#228;men sie &#252;ber ihn. Zerrissen ihn mit Wurzelfingern, fr&#228;&#223;en ihn mit Steinenm&#228;ulern. Der Schlauch aus Fratzen und H&#228;nden wurde immer enger, zog sich zusammen. Voraus glomm ein blau-t&#252;rkisener Schimmer – ihn musste er erreichen &#8230; er w&#252;rde ihn nicht erreichen: der Gang schrumpfte, schon sp&#252;rte er die Wurzelh&#228;nde von allen Seiten. Die Steingesichter mit toten Kieselaugen r&#252;ckten zusammen, starrten ihm entgegen, schrien, forderten, kreischten Vorw&#252;rfe. Der Gang schloss sich. Vor ihm eine kompakte Wand aus grabschenden, schreienden Steinwesen. Sein K&#246;rper bedeckt mit bei&#223;enden Spinnen. In der Schulter der tiefe Biss des Spiegeld&#228;mons. Sein K&#246;rper versagte: er sackte in die Knie, sein flackernder Blick verwirrte sich in Dutzenden schreiender Gesichter aus Stein. Die Zeit lief langsamer, die krallenden Wurzelh&#228;nde fuhren in Zeitlupe durch die klamme Luft der Felsenganges, tasteten nach ihm, versuchten ihn zu fassen.</p>
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		<title>Die Höhle – 3. Kapitel “Höhlentor”</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 09:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norman Liebold</dc:creator>
				<category><![CDATA[SchmökerEcke]]></category>

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		<description><![CDATA[Leseprobe aus Liebold, Norman: Die H&#246;hle. K&#246;nigswinter 2011. Copyright by Norman Liebold, 2011. Links zum Buch: Buchbeschreibung Illustrationen Hintergr&#252;nde zum Buch &#8220;Die H&#246;hle&#8221; im Buchshop Manuel wusste vom ersten Augenblick an, dass es ein Traum war. Er hatte Erfahrung darin. Seitdem er die Traumdeutung gelesen hatte, f&#252;hrte er Buch &#252;ber seine Tr&#228;ume, und Freuds Versprechen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table width="100%" border="0" cellspacing="3" cellpadding="3">
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<td valign="top"><img class="alignnone" src="http://schmoekerecke.norman-liebold.de/wp-content/AV_Coverbilder/thumbnails/die-hoehle_buchbild.png" alt="Cover 'Die H&#246;hle'" border="1" /></td>
<td align="right" valign="top">Leseprobe aus Liebold, Norman: Die H&#246;hle. K&#246;nigswinter 2011.</p>
<p>Copyright by Norman Liebold, 2011.</p>
<p><strong>Links zum Buch</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://die-hoehle.lieboldbuch.de/">Buchbeschreibung</a></li>
<li><a href="http://lieboldbuch.de/publikationen/die-hohle/die-hohle-illustrationen/">Illustrationen</a></li>
<li><a href="http://lieboldbuch.de/2011/10/29/die-hohle-von-der-idee-zum-buch/">Hintergr&#252;nde zum Buch</a></li>
<li><a href="http://shop.amator-veritas.de/product_info.php?products_id=29">&#8220;Die H&#246;hle&#8221; im Buchshop</a></li>
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<div class="wp-caption alignleft" style="width: 161px"><a href="https://lh4.googleusercontent.com/-t4OZDUCdw-4/TqeKoKV46GI/AAAAAAAAV4w/0ozmAqIMXFA/s576/NL_2011_Hoehle_Ornament_Kaefer.jpg" rel="lightbox[421]"><img title="Kapiteleingangsornament zum 3. Kapitel. Tusche auf Papier, Norman Liebold 2011" src="https://lh4.googleusercontent.com/-t4OZDUCdw-4/TqeKoKV46GI/AAAAAAAAV4w/0ozmAqIMXFA/s320/NL_2011_Hoehle_Ornament_Kaefer.jpg" alt="Kapiteleingangsornament zum 3. Kapitel. Tusche auf Papier, Norman Liebold 2011" width="151" height="320" /></a>
<p class="wp-caption-text">Kapiteleingangsornament zum 3. Kapitel. Tusche auf Papier, Norman Liebold 2011</p>
</div>
<p>Manuel wusste vom ersten Augenblick an, dass es ein Traum war. Er hatte Erfahrung darin. Seitdem er die Traumdeutung gelesen hatte, f&#252;hrte er Buch &#252;ber seine Tr&#228;ume, und Freuds Versprechen hatte sich erf&#252;llt. Er tr&#228;umte immer bewusster und konnte sich nicht nur immer besser daran erinnern, sondern oft schon im Traum selbst die Traumbilder erkennen. Und w&#228;hrend er tr&#228;umte, sp&#252;rte er, dass dieser Traum anders war. Klarer, deutlicher – und von einem eigenartigen unheimlichen Gef&#252;hl getragen.<br />
Er war eine Art Forschungsreisender. Und er wanderte – daran konnte kein Zweifel bestehen – im Siebengebirge umher. Was genau sein Forschungsgebiet war, wu&#223;te er nicht. Irgendetwas mit Sprache und Kultur. In seiner Umh&#228;ngetasche trug er ein Buch bei sich, wo er alles hineinschrieb. Geschichten vor allem, die ihm erz&#228;hlt wurden. Eine Art Grimm, kam ihm tr&#228;umend in den Sinn. Ein Grimm, der Geschichten von Spuk und Geistern sammelte. Es gab keine Stra&#223;en in seinem Traum, keine Autos, kein Telefon. Seine Kleidung, die Tasche und das Buch schienen aus einem anderen Jahrhundert zu stammen. Goethe-Zeit vielleicht. Oder die Zeit, da die Gebr&#252;der Grimm gewandert waren, um ihre M&#228;rchen zu sammeln. Typisch f&#252;r einen Traum wunderte er sich nicht dar&#252;ber. Untypisch f&#252;r einen Traum wunderte er sich, dass er sich nicht dar&#252;ber wunderte.<br />
Im Wald &#246;ffnete sich eine Lichtung. Das war sein Ziel, er wusste es. Hier gab es Geschichten von Spuk und Geistern. Am klappernden Bach – er dachte wirklich klappernder Bach – stand eine M&#252;hle. Wie im M&#228;rchen. Und tats&#228;chlich schaute auch die sch&#246;ne M&#252;llerin heraus. Der Himmel war blau, Schwalben schossen tschilpend umher, es roch nach Heu und Ernte. Nat&#252;rlich hatte die M&#252;llerin oder vielmehr M&#252;llerstochter gr&#252;ne Augen, und der tr&#228;umende Manuel registrierte allerlei Symbole und Hinweise, dass die Traumarbeit ihm hier ein Bild von Silvia hinstellte. Der Traum folgte ganz der eichendorffschen Wanderromantik. Einladung der M&#252;llerin, z&#228;rtliche Blicke, dann die Aufforderung, doch &#252;ber Nacht zu bleiben. Die junge Frau im Nachthemd, die mit Kerze in der T&#252;r zu seiner Kammer steht, wirre Haarstr&#228;hnen im Gesicht. Halb Scham, halb Wildheit. Ger&#246;tete Wangen, leicht ge&#246;ffnete Lippen, schneller Atem.<br />
Dann kippte der Traum. Manuel sp&#252;rte es. Es war wie ein Strudel, w&#228;hrend die sch&#246;ne M&#252;llerin ihn ritt und er r&#246;chelnd kam. Er f&#252;hlte sich pl&#246;tzlich schlaff und ausgelaugt, und als er am Morgen erwachte, war zwar der Himmel blau und die Schwalben schwirrten, aber er schaffte es kaum, aus den Federn zu kommen. Die M&#252;llerin umsorgte ihn mit z&#228;rtlichen Gesten, tischte ihm auf und sprach von der langen Wanderschaft und seiner Ersch&#246;pfung und dass er doch hier ein wenig ausruhen k&#246;nne. Und er ruhte aus. Am Abend kam die M&#252;llerin in seine Kammer, Tag um Tag. Und er wurde m&#252;der und m&#252;der. Setzte Fett an, schleppte sich von Mahlzeit zu Mahlzeit. Weiterzuziehen kam ihm nicht in den Sinn. An seinen Forschungen zu arbeiten war ihm schon in der Vorstellung zu anstrengend. Er schlief bis in den Mittag, erwachte ausgelaugt, a&#223;, und am Abend kam sie in seine Kammer. Sie ver&#228;nderte sich, oder es schien ihm so. Sie wurde nicht vertrauter, sie wurde ihm seltsam unheimlich. Schon begann er sich zu f&#252;rchten, wenn sie in seine Kammer kam und ihn bestieg. Ihm war, als zehrte sie ihn aus. Es gab keinen Spiegel in der M&#252;hle, aber an einem Morgen, als er all seinen &#252;brig gebliebenen Willen zusammen raffte und zum M&#252;hlteich ging, um sich zu waschen – schrak er zur&#252;ck. Hohlwangig mit tief liegenden Augen glotzte ihn ein Schreckgespenst aus dem Wasserspiegel an. Sein Haar war grau geworden, sein Gesicht von wirrem Bart zugewuchert.<br />
Er stolperte zur M&#252;hle. „Was geschieht mit mir?“ Die M&#252;llerin l&#228;chelte und stellte ihm einen Teller hin. „Iss, mein Schatz, damit du wieder zu Kr&#228;ften kommst.“ Ihm grauste. Hinter ihrem sanften L&#228;cheln schien ihm etwas zu lauern. Er musste an eine Spinne denken, die ihr Opfer langsam einspann und St&#252;ck um St&#252;ck aussaugte. Und wie oft in seinen Tr&#228;umen nahm das Bild Gestalt an. Mit jeder Nacht wurde die sch&#246;ne M&#252;llerin spinnenartiger. Ihre Augen, zuerst gr&#252;n, wurden schwarz und insektenhaft. Ihre Leib w&#246;lbte sich, wurde zum weich-pulsierenden K&#246;rpersack. Schwarze, dicke Borsten wuchsen aus ihrer Haut. Ihre Bewegungen bekamen etwas mehr und mehr fremdartiges. Er sah die Ver&#228;nderungen, aber er konnte nichts tun. Wie in den Tr&#228;umen, in denen man rennt und rennt und nicht vom Fleck kommt, lag er im Bett, schleppte sich zum Tisch und ins Bett zur&#252;ck und beobachtete, als st&#252;nde er neben sich, wie sie nachts in seine Kammer kam und sich zu ihm legte. Mit jeder Nacht weniger Frau und mehr groteskes Mischwesen mit pulsierendem, aufgedunsenen Leib. Bald hatte sie acht Beine, jedes mit mehreren Gelenken und dicht mit schwarzen Borsten bewachsen. Von der Frau waren nur die Br&#252;ste und das Gesicht geblieben und die nasse Spalte zwischen den hintersten Beinen. Die Spinndr&#252;se. Vielleicht verwandelte sie sich auch nicht, sondern h&#246;rte nur auf, die Illusion aufrecht zu erhalten. Weil es nicht mehr notwendig war: er hatte keine Kraft mehr, um zu fliehen oder sich zu wehren. Nur noch Haut und Knochen, war er angef&#252;llt mit ihrem l&#228;hmenden Gift. Und wenn auch das Grauen ins Unendliche wuchs, w&#228;hrend die Illusion ringsum immer mehr zerbr&#246;ckelte – gel&#228;hmt und seltsam teilnahmslos versuchte er noch nicht einmal, zu entkommen. Das Aufl&#246;sen des Trugbildes geh&#246;rte vielleicht sogar dazu: sie berauschte sich an dem namenlosen Grauen, das ihn erf&#252;llte. Er sah es daran, wie sie ihn aus kalten Spinnenaugen anschaute und sich vor ihm im Raum spreizte, die W&#228;nde empor lief, die Decke entlang. Wie sie hereinkam, gerade so, wie eine Spinne mit vor den Kopf gestreckten Beinen aus ihrer H&#246;hle kriecht. Die M&#252;hle war schon l&#228;ngst keine M&#252;hle am klappernden Bach mehr. Eine schwarze Ruine, &#252;ber und &#252;ber mit riesigen Spinnweben &#252;berzogen. Und dann, irgendwann, begann sein Unterleib sich aufzubl&#228;hen. Tag f&#252;r Tag, bis er eine grotesk angeschwollene Blase war, so gespannt, dass die Haut fast durchsichtig wurde. Und darin bewegte es sich. Faustgro&#223;en Wesen mit vielen Beinen krochen als Schemen an der Innenseite entlang. Dutzende kriechender Schatten.<br />
Und das halb zerflossene Gesichter der M&#252;llerin, wie aufgeklebt auf dem borstigen K&#246;rpersack der Spinne, l&#228;chelte s&#252;&#223;lich in Mutterstolz.</p>
<p>***</p>
<p>Manuel fuhr schreiend aus dem Schlaf. Sein Herz raste, als wollte es den Brustkorb sprengen. Das Blut rauschte ihm in den Ohren, sein Atem kam sto&#223;weise, er war mit Schwei&#223; bedeckt und zitterte am ganzen K&#246;rper. Der Traum war vorbei, das Gef&#252;hl aber blieb. Ihm sa&#223; die Angst in der Brust und dr&#252;ckte ihm die Luft ab. Er wusste pl&#246;tzlich, warum man Albdruck zu so etwas sagte. Ihm war, als lauerte das Ding aus seinem Traum hier irgendwo. Der geduckte Schatten dort hinter dem Baum. Im g&#228;hnenden Rachen der H&#246;hle. Oder – sein Herz drohte auszusetzen – direkt unter ihm, in einem schwarzen Netz &#252;ber dem Schacht, die Beine gegen die Betondecke gelegt. Alle Haare stellten sich ihm auf, er wurde das Bild einfach nicht los. Und die Angst nicht. Sie war unertr&#228;glich, nicht auszuhalten, dr&#252;ckte ihm die Kehle zu. Er f&#252;hlte sich, als w&#252;rde er ersticken.<br />
„Silvia &#8230;“, seine Stimme war ein Kr&#228;chzen. „Silvia!“ Seine Hand tastete neben ihm unter die Decken. Sie waren leer. Panik schlug in ihm hoch. Er schrie laut ihrem Namen, lauschte in die Nacht, die silberdurchzogen unter dem Mond stand. Einem knochenbleichen Mond, einem Totensch&#228;del-Mond. Rascheln von Laub. Der Schrei eines K&#228;uzchens, das leise Fauchen des eingesperrten Windes unter ihm im H&#246;hlenlabyrinth.<br />
Dann, von oben, vom aufgesperrten Rachen des H&#246;hleneingangs: „Hier oben, br&#252;ll‘ doch nicht so rum – du hast mich voll erschreckt!“ Jetzt bemerkte er ganz schwach flackernden Schein im H&#246;hlenmaul, eine Kerze vielleicht. Manuel hockte unter den Schlafs&#228;cken, gel&#228;hmt vor Angst. Er wollte, dass Silvia ihn in den Arm nahm. Wollte, dass die Angst wegging. Aber nur bei dem Gedanken, von der Betonplatte herunter zu treten, w&#252;rgte es ihn, dass ihm &#252;bel wurde. Etwas w&#252;rde nach ihm greifen und ihn am Kn&#246;chel packen. Ihn mit einem Ruck unter die Platte in den Schacht zerren. Das Traumbild der Spinnenfrau quoll in seinen Geist, fett und pulsierend direkt unter der Platte in einem Nest aus Spinnweben und ausgesaugten Leichen mit aufgebl&#228;hten B&#228;uchen, in denen es sich bewegte. Er rief sich zur Vernunft, dr&#228;ngte die Bilder weg, atmete kontrolliert, schlug sich ins Gesicht, stand auf und sprang mit einem weiten Satz von der Betonplatte. Er knickte um, als er aufkam. Eine Wurzel unter dem Laub. Ein stechender Schmerz durchzuckte sein Fu&#223;gelenk, er st&#252;rzte und rollte den steilen Hang zur&#252;ck. Die St&#228;mme wirbelten vorbei, dann stie&#223; er gegen Stein. Mit Schrecken erkannte er die S&#228;ulen direkt unter der Platte. Eiskalte Luft schlug ihm ins Gesicht. Kaminwirkung, schrie er sich innerlich zu. Nur die Kaminwirkung der H&#246;hle! Seine entfesselte Fantasie lie&#223; Spinnenbeine aus der Finsternis schie&#223;en. Suchende, tastende, grabschende Insektenglieder mit scharfen Klauen. Keuchend warf er sich zur&#252;ck, krabbelte wie ein durchgeknallter K&#228;fer auf allen Vieren den Hang hoch. Erst ein Dutzend Meter weiter hielt er an. Seine Knie schmerzten h&#246;llisch, die H&#228;nde waren aufgerissen. Er warf einen Blick zur&#252;ck, erwartete, wild zuckende Spinnenbeinen zu sehen oder das ganze Vieh, wie es sich aus einer der Spalten zw&#228;ngte, eine Spinne von der Gr&#246;&#223;e eines Ponys. Aber da war nichts. Die Betonplatte lag still unter dem Mond. Das bunte Igluzelt wirkte wie Hohn. Das Feuer glomm noch ganz schwach. Das Grauen aber wollte nicht weichen. Die Schw&#228;rze unter der Platte lauerte und starrte ihn an. Langsam, immer wieder hektisch &#252;ber die Schulter schauend, stolperte er auf das schwache, flackernde Licht zu.<br />
Das Bild, das sich seinem Auge bot, als er in das Maul der H&#246;lle trat, verst&#246;rte ihn. Silvia kniete auf dem Boden, in der Hand eine Kerze. Sie trug nur ein Hemd. Das Licht der flackernden Flamme schien durch das d&#252;nne Leinen und zeichnete ihren K&#246;rper nach. Ihre Haare waren offen, ein Lufthauch bewegte sie. Ein Bild von seltsamer Eindringlichkeit: ihre zarten, weichen Linien vor den kantig riesenhaften der Felsen, die weichen Schatten ihrer Br&#252;ste gegen die grotesk verzerrten Riesenschatten an groben Felsabbr&#252;chen. Die federleicht wehenden Haare im Massiv des Berges. Ihre Gestalt wurde vom flackernden Lichtkreis der Kerze aus dem Schwarz herausgesch&#228;lt, klein und zerbrechlich im Felsentor. Es erinnerte an eines dieser kitschigen Fantasy-Gem&#228;lde. Bis er bemerkte, was sie tat. Neben ihren nackten F&#252;&#223;en torkelten die blauen K&#228;fer in unsicherer Zielstrebigkeit ihre Stra&#223;e entlang. Hier waren noch mehr als vor der anderen H&#246;hle. Silvia schaute ihnen fasziniert zu. Mehr noch: Sie hatte ihre linke Hand mitten auf den Weg der Tiere gelegt, und sie liefen &#252;ber ihren Handr&#252;cken. Sie sah nicht ver&#228;ngstigt aus, nur fasziniert. Sie kicherte und schaute hoch. „Das kitzelt!“ Das Licht der Kerze malte zuckende Schatten auf ihr Gesicht. Es sah f&#252;r Manuel aus, als ver&#228;nderten sich ihre Z&#252;ge, verzerrten sich zu einem Grinsen. „Was hast du?“ Silvia klang besorgt. „Du bist bleich wie eine Kalkwand.“<br />
Das war die besorgte Stimme aus seinem Traum. Die Stimme der sch&#246;nen M&#252;llerin – und auch ihr Gesicht. Wo die Schatten auf ihm tanzten, schien sich die Haut zu bewegen. Manuel starrte auf ihre Hand. Mehrere K&#228;fer krochen dar&#252;ber, hielten inne, blieben darauf hocken &#8230;<br />
„Hab schlecht getr&#228;umt“, brachte er hervor.<br />
„Was denn?“<br />
Die Frage lie&#223; ihn noch mehr in das Gef&#252;hl des Traumes zur&#252;ck fallen. Die Welt zog sich ringsum zusammen. Die Schatten krochen n&#228;her. „Unsinn. Nur Unsinn.“ Die K&#228;fer auf Silvias Hand machten ihm Angst. Sie konnten jederzeit ihre messerscharfen Grabkiefer ausfahren und sich in das Fleisch fressen. Unter ihrer Haut entlangkriechen. Wie Beulen, die den Arm hinauf wandern. Wie die Schemen, die auf der Innenseite seines aufgebl&#228;hten Bauches herum gekrochen waren. „Nimm die Hand da weg, bitte!“, flehte er.<br />
Silvia schaute hinunter, sah den K&#228;fern zu. Wo war ihre Angst? Das war nicht die Silvia, die er kannte.<br />
„Die tun doch nichts“, sagte sie. Sie hob die Hand vorsichtig. Vier oder f&#252;nf der blauen Insekten klammerten sich daran fest. Wie Geschw&#252;re. „Ich verstehe gar nicht, warum ich solche Angst vor den Tierchen hatte. Schau mal, wie sch&#246;n sie sind! Sie schillern in allen Blaut&#246;nen wie Edelsteine.“<br />
Manuel war sich nicht sicher, ob er es wirklich sah, oder ob ihm Fantasie und Angst einen Streich spielten. Einer der K&#228;fer verschwand unter ihrer Haut. Eben sa&#223; er noch wie ein eigenartiges Schmuckst&#252;ck auf dem Handr&#252;cken, dann, im zuckenden Schatten, tauchte er mit dem Kopf voran hinein und war verschwunden. Er hinterlie&#223; eine winzige, blutende Wunde. Manuel schrie. Kaltes Entsetzen rann ihm den R&#252;cken hinunter. Er hatte es sich eingebildet. Es konnte gar nicht anders sein! Die Hand hatte im Schatten gelegen, man konnte gar nichts sehen. Der K&#228;fer hatte den Halt verloren und war hinunter gefallen, nicht mehr. Silvia schaute ihn an, die Stirn gerunzelt. „Manuel, alles in Ordnung?“ – „Entschuldige. F&#252;r einen Moment hat es ausgesehen, als &#8230;“ – „&#8230; als &#8230;?“<br />
Manuel war klar, wie l&#228;cherlich das war. Aber das Entsetzen lie&#223; ihn nicht aus seinem eiskalten Griff. Etwas in ihm zeigte ihm immer wieder das Bild, wie der Skarab&#228;us unter Silvias Haut schl&#252;pfte. Er meinte, sogar das Ger&#228;usch zu h&#246;ren. Ein nasses Kratzen und ein leises Schmatzen. „&#8230; ich wei&#223; nicht. Als w&#252;rde es dich bei&#223;en.“<br />
„Bei&#223;en? Das kitzelt nur.“<br />
„Mach die Schei&#223;viecher von deiner Hand weg!“ Er h&#246;rte seine eigene Stimme: sie stand kurz vor dem Umkippen und war voller Panik. Und herrisch. „Bitte!“, f&#252;gte er flehend hinzu.<br />
„Sag mal, was ist denn los? Ich dachte, du freust dich dar&#252;ber?“<br />
„Wor&#252;ber soll ich mich freuen?“, herrschte er sie an.<br />
„Dass meine Angst weg ist. Manuel, schau doch: ich kann sie &#252;ber meine Hand laufen lassen, und ich finde es blo&#223; lustig, weil es kitzelt &#8230;“<br />
Er hatte schon den Mund ge&#246;ffnet, um sie anzuschreien, wie dumm sie sei. Kapierte sie denn nicht, dass das eine Falle war? Man verlor nicht einfach seine Angst. Irgendetwas manipulierte sie, damit sie mitten in der Nacht im Hemd in die H&#246;hle ging und diese Viecher &#252;ber sich kriechen lie&#223;. Er musste vorsichtig sein. Wie mit einer Irren. Ihre Wahnvorstellungen waren zu verlockend, sie w&#252;rde daran festhalten wollen. „Das sind Mistk&#228;fer, Liebste“, sagte er in beruhigendem Ton, w&#228;hrend in ihm die schreckliche Vision weiterw&#252;hlte, dass etwas Fremdes in ihren K&#246;rper eindrang. In diesen K&#228;fern, die sich unter ihre Haut fra&#223;en. Und er sich zugleich krampfhaft versuchte klarzumachen, dass seine eigene Angst, die Angst aus dem Traum, seine Wahrnehmung verzerrte und &#252;berhaupt nichts passierte. Dass Silvia vielleicht tats&#228;chlich ihre Angst verloren hatte, wie er es gehofft hatte. „Sie w&#252;hlen im Kot und fressen Schei&#223;e. Findest du es nicht &#8230; unhygienisch &#8230; sie anzufassen?“<br />
Silvia betrachtete ihre Hand und die K&#228;fer darauf. Ausw&#252;chse, Tumore, etwas unglaublich Fremdes auf der Haut seiner Liebsten. Er schloss die Augen, um die Vorstellung abzusch&#252;tteln, dass sich die Dinger pl&#246;tzlich wie auf Befehl in sie hinein fra&#223;en. Es gelang ihm nicht – sobald er die Lider senkte, trat die Bedrohung in voller St&#228;rke in sein Bewu&#223;tsein. Alles ringsum lauerte. Etwas war da und hockte in den Ritzen. Mit zitternder Erwartung. Hungrig. Vor seinem inneren Auge sah er, wie sich das Verhalten der Tiere ver&#228;nderte. Sie torkelten nicht mehr langsam ihre Stra&#223;e entlang – sie &#228;nderten ihre Richtung, krochen zielstrebig auf Silvias nackte F&#252;&#223;e zu. Manuel riss die Augen auf, als die Panik ihn &#252;bermannen wollte. Silvia kniete im Hemd im Rachen der H&#246;hle, in der Hand die Kerze. Sie betrachtete die K&#228;fer, die sich an ihrer Hand festhielten. Ihre Miene war sehr ruhig.<br />
„Du &#252;bertreibst“, sagte sie. Sie streifte die K&#228;fer von ihrem Handr&#252;cken, sie fielen zu Boden und krochen unbeholfen durch das Laub davon. „Du benimmst dich total seltsam.“ Sie stand auf, das warme Licht der Kerzenflamme schien durch das Hemd, als w&#228;re es nur ein durchsichtiger Schleier. Ihre Haare umspielten ihr Haupt. Ihr ernstes Gesicht und die vom Dunkel weiten Pupillen, die vollen Lippen und das finstere Maul der H&#246;hle, das alles r&#252;hrte etwas tief in Manuel an. Er dachte an eine Priesterin, G&#246;ttin, K&#246;nigin. Die Welt ringsum schien den Atem anzuhalten. Selbst die K&#228;fer hielten inne und kratzten nicht durch das d&#252;rre Laub. „Du hast mich hierher gebracht, damit ich meine Angst besiege. Die Angst vor Insekten. Vor der Dunkelheit. Vor dem Nachtwald. Ich wei&#223; nicht warum, aber es hat funktioniert. Ich habe keine Angst mehr. Ich ekle mich nicht vor den K&#228;fern, und wenn sie zehnmal Schei&#223;e fressen. Die H&#246;hle macht mir keine Furcht. Ich habe sogar Lust, hineinzugehen und mich umzuschauen.“ – „Nein!“, entfuhr es Manuel fast schon als Schrei. Die Angst schlug &#252;ber ihm zusammen, der Boden schien zu wanken.<br />
Silvia schaute ihn mit eigenartigem Ausdruck an. „Was ist mit dir los? Du warst doch selbst schon in den H&#246;hlen.“<br />
„Ich will nicht, das du da rein gehst!“<br />
„Warum nicht?“<br />
„Weil da &#8230;“ Manuel stockte. „Es ist gef&#228;hrlich da drinnen.“ Er &#252;berlegte fieberhaft. „Da gibt es durchgebrochene Ebenen, L&#246;cher im Boden, durch die man drei Stockwerke tief st&#252;rzen kann. Und man verirrt sich da drinnen. Das ist ein riesiges Labyrinth.“ Silvia schien nachdenklich. „Da funktioniert kein Handy. Wenn du dir ein Bein brichst &#8230;“<br />
„Ich will nur mal hinein schauen und nicht gleich H&#246;hlenforscher spielen. Hab dich doch nicht so! Und du kennst dich doch da drinnen aus.“ Sie wandte sich von ihm ab und hob die Kerze, um tiefer in die H&#246;hlen&#246;ffnung hinein zuschauen. Manuel sah im hinteren Teil eine &#214;ffnung, mannshoch und wie ein Tor geformt. Da d&#252;rfte kein Durchgang sein. Er war oft hier gewesen, und er konnte sich an keinen erinnern. Narrten ihn die flackernden Schatten? Hatte sich der Berg ge&#246;ffnet, um sie hinein zu locken? Ihm wurde schwindlig, die Panik grub sich noch tiefer in seine Eingeweide. Er f&#252;hlte, wie etwas ihn anstarrte, versuchte, in seinen Geist einzudringen. Etwas kaltes, uraltes, unsagbar fremdes. Der Luftzug bewegte Silvias Hemd. Ein durchsichtiger Schleier, durch den ihre nackte Haut schimmerte. Ihre Haare waren eine leuchtende Wolke. Als sie sich umdrehte und ihn anl&#228;chelte, war es nicht mehr Silvia. Sein Verstand b&#228;umte sich zum Zerrei&#223;en gespannt, es f&#252;hlte sich an, als zerrisse das Gewebe der Wirklichkeit. Eine d&#252;nne Haut, unter der sich Riesenhaftes bewegte und sie aufplatzen lie&#223;. Und darunter, darunter &#8230; Manuel wankte. Der Wald war lebendig. Der Fels atmete. Atmete pulsierend, schaute ihn aus unz&#228;hligen Augen an. Der Boden unter ihm sp&#252;rte seine F&#252;&#223;e. Alles war ineinander verwoben, war Organismus. Er sp&#252;rte das Bewusstsein darin. Uralt. Fremd. Lauernd. Und diese Frau dort, dieses wundersch&#246;ne Weib mit den gr&#252;nen Augen, war Teil davon. Es blickte aus ihren Augen, es pulsierte unter ihrer Haut, wisperte in ihren Haaren.<br />
„Komm mit mir“, sagte es. Das L&#228;cheln lockte, die Augen waren ein Sog. Er sp&#252;rte, wie Verlangen in ihn str&#246;mte und sein Begehren &#252;ber ihren K&#246;rper strich, nackt unter dem Schleier des Hemdes. Und zugleich erf&#252;llte ihn Entsetzen. Die Gef&#252;hle schienen von au&#223;en in ihn einzudringen. Ihr Blick wanderte an ihm herunter. Er trug nur seine Shorts, sie sah seine Erregung und ihr L&#228;cheln wurde l&#252;stern. Sie trat einen Schritt auf ihn zu. „Ich will dich auch!“, hauchte sie mit dunkler Stimme. Manuel erstarrte. Silvia kn&#246;pfte ihr Hemd auf. Ihre Hand glitt &#252;ber Br&#252;ste, Bauch und Beine. „Ich will dich so sehr.“ Etwas in Manuel machte einen weiteren Ruck, er konnte es sp&#252;ren. Die Haut der Wirklichkeit rutschte in schleimigen Fetzen von dem Unfassbaren herunter, das darunter lag. Er stolperte zwei Schritte von ihr zur&#252;ck. In Silvias Augen glomm &#196;rger und Entt&#228;uschung auf. Nicht der &#196;rger und Entt&#228;uschung einer Frau, die zur&#252;ckgewiesen wird, sondern vor etwas unheimlich Fremdem. Ihr Bild schien zu wabern. Eine Projektion, durchfuhr es Manuel, ein Trugbild. Das war nicht Silvia, das war das Etwas, das ihn umschlingen und verzehren wollte. Mit Entsetzen und seltsamer Erregung sah er, wie das Weib sich zu winden begann. Es wiegte sich in den H&#252;ften, fuhr mit den H&#228;nden &#252;ber den Leib, st&#246;hnte und leckte sich die Lippen. Es lie&#223; sich zu Boden gleiten, wand sich im toten Laub, b&#228;umte sich auf der nassen, schlammigen Erde zwischen den K&#228;fern. Es spreizte die Schenkel, hob Manuel den Schoss entgegen, griff sich zwischen die Beine. „Nimm mich!“, keuchte es mit fremder, kehliger Stimme. „Nimm mich hier!“<br />
Manuel stolperte zur&#252;ck, starrte Silvia an. Von ihren Augen war nur noch das Wei&#223;e zu sehen, ihr K&#246;rper wand sich im Schlamm, ihre Finger krallten und glitten zwischen ihren Schenkeln, ihr Atem war spitz-kehliges St&#246;hnen, ihre Haut schlammverschmiert. Manuel sah einen K&#228;fer, der auf ihrem zuckenden Bauch herum kroch. Nein, nicht einen. &#220;berall krochen die Tiere auf ihrer Haut. Kletterten ihre Seiten hoch, w&#252;hlten sich durch ihr Haar, wanderten die Schultern hinauf. Von allen Seiten kamen sie, magisch angezogen. Erklommen mit ihren langsamen, torkelnden Bewegungen Silvias K&#246;rper. Sa&#223;en auf den Br&#252;sten, auf dem Bauch, den Wangen.<br />
Manuel schrie auf, als ein K&#228;fer in ihren Mund kroch. Schrie noch lauter, als ein weiterer sich in ihren Bauchnabel senkte und verschwand. Sein Verstand wollte aussetzen, w&#228;hrend er gel&#228;hmt dastand und zuschauen musste, wie die Viecher sich in Silvias Haut bohrten, in Mund und Nasenl&#246;cher krochen – und Silvia vor Lust keuchte und bei jedem K&#228;fer einen woll&#252;stigen Seufzer ausstie&#223;. Sie lag in einem blau schillernden Bett aus sich bewegenden Insekten, suhlte sich in ihnen, spannte den R&#252;cken, um ihre Scham in die K&#228;ferflut zu pressen, spreizte ihre Schenkel zum Zerbrechen &#8230;<br />
Manuel f&#252;hlte einen Schlag ins Gesicht. Und noch einen. Jemand schrie seinen Namen. Wieder ruckte es in seinem Geist. Die Welt kippte, er fiel in einen schwarzen Schlund aus Schwindel und &#220;belkeit. Immer wieder h&#246;rte er, wie man seinen Namen rief. Er &#246;ffnete die Augen. Silvias Gesicht schaute voller Sorge. „Was ist los mit dir?“ Manuel stammelte irgendetwas, ohne zu wissen, was. Er starrte sie an. Ihr Hemd war geschlossen, ihre Haut sauber. Keine Wunden, wo K&#228;fer sich in ihr Fleisch gefressen hatten. Im Laub krochen die Insekten unbeirrt ihrem Ziel entgegen. „Du bist ohnm&#228;chtig geworden. Hast wie im Alptraum gezuckt und wie am Spiess geschrien“, sagte Silvia. Ihre Hand legte sich auf seine Wange. Bilder kochten bei der Ber&#252;hrung in Manuel hoch. Er kroch mehrere Schritte von ihr weg. „Fass mich nicht an!“, keuchte er.<br />
„Was?“<br />
Manuel starrte sie an. „Ich weiss nicht, wer du bist! Ich wei&#223; nicht, was du bist!“, stie&#223; er hervor.<br />
„Manuel, was &#8230;“<br />
„Was geht hier vor? Was willst du?“<br />
Silvia schaute ihn an, schaute ihn einfach nur an. Die Kerze flackerte in einem Windhauch, f&#252;r einen Moment lag Silvias Gesicht im Schatten. Manuel sah schwarz gl&#228;nzende Insektenaugen zwischen ihren Lidern und unter Ihrer Haut bewegte es sich. „Du Scheusal!“, schrie er. „Geh weg! Lass mich in Ruhe!“<br />
Als die Kerzenflamme wieder ruhig brannte, beschien sie ein Gesicht, das zutiefst verletzt war und traurig. Angst und Sorge spiegelten sich in gr&#252;nen Augen. Langsam stand Silvia auf, drehte sich um und ging auf die &#214;ffnung im hinteren Teil der H&#246;hle zu. Sie ging hinein, der flackernde Schein erhellte einen sauber aus dem Stein gehauenen Tunnel. Der Schein wanderte mit der jungen Frau. Immer tiefer in den Berg. Eine Biegung, und sie war dem Blick entschwunden. Der Schein wurde schnell schw&#228;cher und erlosch mit einem letzten Zucken.<br />
Manuel lag im nassen Laub und starrte auf die &#214;ffnung. Er bewegte sich nicht, zitterte nur am ganzen K&#246;rper. Als der letzte Widerschein verschwunden war, kam ein dunkles, verzweifeltes Gef&#252;hl &#252;ber ihn. Und mit dem Gef&#252;hl so etwas wie Klarheit. Vernunft sickerte in seinen Geist und schwemmte die seltsamen Bilder fort. Die Stimme, die er &#252;ber Jahre in sich herangez&#252;chtet hatte, meldete sich zu Wort und fragte ihn, was hier geschehen war. Er kannte den Unterton in der Stimme, der ihm deutlich signalisierte, dass er wieder einmal Opfer seiner irrationalen &#196;ngste geworden war. Ihm wurde klar, dass er sich v&#246;llig kindisch benahm. Er verstand, dass er – warum auch immer – halluziniert hatte. Ein mulmiges Gef&#252;hl in seinem Bauch begehrte gegen die Stimme auf und wollte die Frage stellen, wer oder was ihm die Bilder in den Kopf gepflanzt hatte, aber die Stimme dr&#228;ngte es zur&#252;ck. Ihre Argumente waren klar und pr&#228;zise, ihre Version des Geschehens realistisch. Nichts weiter war geschehen. Silvia hatte auf die Desensibilisierung wunderbar angesprochen und ihre Angst &#252;berwunden. Ihre innere Befreiung hatte auch ihre Leidenschaft befreit. Und er kam nicht auf die angstfreie Silvia klar, auf Willensst&#228;rke und ungehemmte Lust, auf Selbstsicherheit. Er beruhigte sich. Auch wenn er verunsichert war, wie d&#252;nn die Haut der Ratio &#252;ber dem brodelnden Kessel seiner &#196;ngste war. Langsam stand er auf. Was er auch immer halluziniert haben sollte – die &#214;ffnung im hinteren Teil der H&#246;hle war keine Einbildung. Der Mond gab sp&#228;rlich, aber gen&#252;gend Licht. Kein Zweifel, an der Wand &#246;ffnete sich ein Gang. Er war k&#252;nstlich angelegt wie das ganze H&#246;hlensystem unter dem Petersberg. Er war nie wirklich in dieser H&#246;hle hier gewesen, erinnerte er sich. Nur in der anderen Gro&#223;en weiter vorn, wo sie fr&#252;her durch die L&#252;ftungssch&#228;chte gekrochen waren. Das bleiche Mondlicht reichte nicht in den Gang hinein, aber die &#214;ffnung konnte er deutlich sehen. Eine T&#252;r aus verrostetem Stahl stand offen, ihre Vorderseite war mit Tafeln aus Stein bedeckt, so geschickt, dass kein Unterschied zur Felswand bestehen w&#252;rde, wenn sie geschlossen war. Vielleicht ein getarnter Zugang aus der Zeit, als hier die Fabrik und die Bunkeranlage betrieben wurde? Hatte ein besonders Eifriger sie dann doch entdeckt nach all den Jahren und sie aufgebrochen? Oder waren die Riegel von selbst verrostetet zu Kr&#252;meln zerfallen? Auf jeden Fall hatte kein Geist die Flanke des Berges ge&#246;ffnet, um Opfer hinein zu locken, sagte die Stimme in seinem Kopf. Aus der &#214;ffnung wehte stetig der eiskalte Wind und griff nach der Angst in seinen Eingeweiden. „Schei&#223;e nochmal!“, st&#246;hnte er. Er hatte seinen Entschluss gefasst. Mit schnellen Schritten eilte er zum Zelt zur&#252;ck, zog sich an und holte Kerzen auf dem Seesack. Wenig sp&#228;ter stand er wieder vor der &#214;ffnung im Felsen und z&#252;ndete eine Kerze an. Zwei Schritte machte er auf den Gang zu, der eisige Wind wehte ihm ins Gesicht. Sein Magen knotete sich zusammen, er sp&#252;rte, wie seine Haare sich im Nacken aufrichteten. Er konnte keinen einzigen Schritt mehr tun, die Angst l&#228;hmte ihn. Manuel fluchte, lief vor dem H&#246;hleneingang auf und ab, sprach laut mit sich selbst. Das war nur eine d&#228;mliche H&#246;hle, eine H&#246;hle, in der er schon ein Dutzend Mal gewesen war, und die erdr&#252;ckende Angst war nichts als irrationale Regression. Es half nichts – sobald er am Eingang stand, konnte er nicht weiter gehen, sein Herz h&#228;mmerte, er konnte kaum atmen und Bilder dr&#228;ngten sich in ihm hoch, die ihn vor Entsetzen schwindeln lie&#223;en – die gigantische M&#252;llerinnen-Spinne, die lauernd an der Decke des Ganges auf ihn wartete, war noch das Harmloseste.<br />
Er musste eine halbe Stunde laut mit sich selber diskutierend im H&#246;hlenmaul herum gehetzt sein, als ihn eine Stimme anrief. Er erschrak und fuhr herum. Auf einem der riesigen Felsenquader sa&#223; eine Gestalt. „Was haben wir denn da? Eine gute Nacht w&#252;nschen wir ihm!“, kr&#228;chzte sie. Manuel fragte sich, ob er wieder halluzinierte: der Mann war in Felle und abgerissene Stoffreste geh&#252;llt, sein Bart reichte ihm bis auf die Brust. Die F&#252;&#223;e waren nackt und schwarz von Erde. Und das Gesicht, zerfurcht mit brennenden Augen, h&#228;tte einem fanatischen Wanderprediger alle Ehre gemacht. Haar und Bart waren grau mit wei&#223;en Str&#228;hnen, um den Hals trug er unz&#228;hlige Lederriemen mit Beuteln daran und Amuletten aus Kristallen, Holz und Z&#228;hnen. „Ist ihm die Zunge im Hals verfault? Oder warum gr&#252;&#223;t er uns nicht?“</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 202px"><a href="https://lh6.googleusercontent.com/-MY4OIK9PCsI/TqeKY14zSBI/AAAAAAAAV4Q/NDWluIb1oE4/s576/lebedev_03_schamane.jpg" rel="lightbox[421]"><img title="Zeichnung von Alexander Lebedev." src="https://lh6.googleusercontent.com/-MY4OIK9PCsI/TqeKY14zSBI/AAAAAAAAV4Q/NDWluIb1oE4/s320/lebedev_03_schamane.jpg" alt="Zeichnung von Alexander Lebedev." width="192" height="320" /></a>
<p class="wp-caption-text">Zeichnung von Alexander Lebedev.</p>
</div>
<p>Manuel r&#228;usperte sich und brachte ein „Hallo“ zustande. Die Gestalt sprang mit fliegendem Bart vom Stein. In der Rechten hielt er einen Stab, verdreht und mit Federn behangen. Sie h&#252;pfte auf Manuel zu, der erschrocken zur&#252;ckwich. „Er riecht nach Angst und Verzweiflung!“, stellte sie mit vorgerecktem Kopf fest. Sie umrundete Manuel, be&#228;ugte ihn von allen Seiten. „Was h&#252;pft er hier herum wie ein aufgescheuchtes Huhn und lamentiert laut in der Nacht?“ Der seltsame Kauz war mit schief gelegtem Kopf vor Manuel stehen geblieben. „Na?“<br />
„Meine Freundin ist da rein gegangen. Ich habe Angst um sie“, stammelte Manuel.<br />
Der Kauz stie&#223; ein jammervolles Ger&#228;usch aus, einen lang gezogenen Klagelaut. Er schlug die H&#228;nde &#252;ber dem Kopf zusammen und begann, wild herum zu h&#252;pfen. „Unheil!“, rief er aus, als er wieder vor Manuel zu stehen kann. Das Echo hallte durch den Wald. „Unheil!“<br />
So verr&#252;ckt und durchgeknallt der Mensch auch war, Manuel krampfte sich alles vor Angst zusammen. „Was meinen Sie?“, fragte er mit zitternder Stimme.<br />
„Der Geist!“, stie&#223; der Sonderling hervor. „Der Geist hat sich eine neue Braut geholt!“ Er hockte sich auf den Felsquader und brabbelte Unverst&#228;ndliches vor sich hin. Er kramte in einem der unz&#228;hligen Beutel, die um seinen Hals hingen, f&#246;rderte kleine, wei&#223;e Kn&#246;chelchen hervor und sch&#252;ttelte sie in der hohlen Hand. Mit einem Klappern warf er sie vor sich auf den Stein und starrte in wirre Muster. „Der Geistermond ist voll. Der Berg sperrt seinen Rachen auf. Drei mal sieben Jahre&#8230;“<br />
Der Klo&#223; in Manuels Hals dr&#252;ckte ihm die Luft ab. Der Verr&#252;ckte auf seinem Felsquader murmelte in den Bart und starrte auf seine Kn&#246;chelchen. Schlie&#223;lich hob er den Kopf. „H&#246;re er!“, sagte er mit beschw&#246;render Stimme. „Vor drei mal sieben Jahren raubte uns der Geist unser M&#228;dchen. Seitdem hausen wir hier und warten und beobachten. Wir kennen ihn. Wir wissen um alles!“<br />
Manuel schauderte. Es waren keine irrationalen &#196;ngste! Die Haut der Wirklichkeit bekam wieder Risse. „Wie ist es geschehen?“ fragte er mit tonloser Stimme.<br />
„Wir kamen mit unserem M&#228;dchen vor dreimal sieben Jahren. Sie hatte &#196;ngste, und wir wollten sie heilen &#8230;“ Der Kauz gab ein erschreckend irres Lachen von sich, das gar nicht lustig klang. „&#8230; f&#252;r einen Psychologen hielten wir uns – keine Ahnung hatten wir! In der Nacht nahm es Besitz von ihr. Verwandelte sie. Es kroch in sie hinein, lockte sie zu sich. In den Berg. Wir standen wie er vor dem Eingang. Der Geist lie&#223; uns nicht hinein, l&#228;hmte uns mit schrecklichen Visionen.“<br />
Manuel sah den Kauz jetzt mit anderen Augen. Mitleid regte sich in ihm. „Und seit dem &#8230;“<br />
„&#8230; sind wir hier. N&#228;hren uns von Wurzeln, kleiden uns in Felle. Wir sind der W&#228;chter. Wir warteten, dass die H&#246;hle sich wieder &#246;ffne.“ Er streckte die H&#228;nde gegen den Mond. „Und sie &#246;ffnete sich.“<br />
Manuel schwankte: entweder dieser Mensch war v&#246;llig irre, oder wusste mehr als andere. Aber es war sich gleich: Manuel sah sich genauso wie diesen Ex-Psychologen hier im Wald hausen, wenn er nicht Silvia hinterher ging. Wenn es einen Geist gab, musste er irgendwie k&#228;mpfen. Und wenn es ihn nicht gab, Silvia finden und sich bei ihr entschuldigen. So oder so musste er in die H&#246;hle, wollte er sich selbst noch in die Augen schauen k&#246;nnen. „Ich geh hinein!“, sagte er mit leiser, aber fester Stimme.<br />
Der Kauz starrte ihn an, dann sprang er in Kreisen herum wie ein seltsamer Vogel. „Er geht hinein!“, rief der und sch&#252;ttelte seinen Stab. Er rasselte und klapperte von all den Dingen, die daran hingen. „Er geht hinein!“ Pl&#246;tzlich blieb er stehen und zog sich ein Amulett nach dem anderen &#252;ber den Kopf, um sie Manuel umzuh&#228;ngen. Er raunte und brabbelte, Segenspr&#252;che vielleicht, Gebete, Zauberformeln. „Eile er sich! Es bleibt nur wenig Zeit! Und h&#246;re er das Ritual, mit dem er den Geist bannen kann!“ Der Kauz erkl&#228;rte und f&#252;hrte vor. Ein Irrsinn aus Spr&#252;ngen und in den Boden geritzten Zeichen, aus Formeln und Rufen. Trotzdem saugte etwas in Manuel alles begierig auf. Es waren die einzigen Waffen gegen das, was ihn da drinnen erwartete. Und wenn es auch nur seine eigene Angst war. Zum Schluss reichte der Kauz ihm ein kopfgro&#223;es Garnkn&#228;ul. „Damit er wieder zur&#252;ckfinde!“ Er schob und zerrte Manuel bis vor den Eingang. Eisiger Wind schlug ihnen entgegen. „Gl&#252;ck auf seinen Wegen! Wappne er sich gegen das B&#246;se! Wir erwarten ihn hier drei Tage lang!“<br />
Manuel stand, die Kerze in der Hand, sein Blick starrte in den Gang. Der Windhauch roch modrig wie fauliger Atem. Er f&#252;hlte sich f&#252;r einen Moment wie damals als Kind, als er auf dem F&#252;nfmeterbrett im Schwimmbad stand. Auch da war er wie gel&#228;hmt gewesen. Und war er nicht sp&#228;ter Felsenklippen hinunter gesprungen wie heute Nachmittag? Er schloss die Augen und machte einen Schritt nach vorn. Und noch einen. Und noch einen. Der Eiswind schmerzte auf seinen Wangen. Als er die Augen &#246;ffnete, stand er im Gang. Sein Herz schlug laut, aber die Angst war ertr&#228;glich. Er wandte sich um. Das Licht der flackernden Kerze erhellte den Felsengang nur in seiner unmittelbaren N&#228;he, dahinter versank alles in undurchdringlichem Schwarz. Die &#214;ffnung war ein silbriges Leuchten mit dem Schattenriss des Kauzes, Haare und struppiger Bart gl&#252;hten im Mondlicht. „Der Geist wird ihn aufhalten wollen mit dunklen Visionen!“, h&#246;rte er ihn rufen. Die Stimme hallte im engen Gang. Aus der Tiefe des Berges antwortete ein vielfaches Echo aus gurgelnden Schreien. „St&#228;rke er seinen Geist!“<br />
Manuel nickte ihm zu, sch&#252;tzte die Flamme der Kerze mit der Hand und schritt in den Berg hinein.</p>
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