Von Norman Liebold geschrieben am: 18.05.2011 unter Nähkästchen
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Stellen Sie sich einen Hamster vor, den jemand mit Speed gefüttert und in ein Laufrad gesetzt hat. Er spürt weder Durst noch Hunger, sondern rennt und rennt und rennt. Um irgendeinen Dynamo anzutreiben, vielleicht. Kurz bevor er vollständig dehydriert oder kollabiert, merkt er seinen Zustand und zerbeißt das Laufrad. Und rennt mit Speed gegen seine Käfigwand. Seine Beinchen strampeln wie eine durchgedrehte Mechanik, die Augen zucken in den Höhlen, das Hirn pulst Gedanken in wilden Krämpfen. Und trotzdem das Laufrad in Einzelteilen umher liegt, rennt es immer noch, ohne innehalten zu können, und Körper und Geist rotieren viel zu schnell für das Tierchen. Und wenn die Wirkung der Droge nachläßt, ist es völlig fertig. Im Arsch. Kaputt. Ein japsendes Häufchen abgemagertes, struppiges Fell, das nicht mehr geradeaus denken kann, sofern Hamster denken. Stellen Sie sich jetzt einen Feuerwehrmann vor. Er springt wie wild zwischen einem Dutzend Bränden hin und her. Jemand hat ihm zwei Handys an die Ohren geschnallt, die die ganze Zeit von weiteren Brandherden quäken oder Forderungen schreien, dass der Feuerwehrmann gefälligst sofortig an Brandherd Nr. soundso zu erscheinen hat. Wenn Sie die Kamera auf die Brandherde zoomen lassen, sehen sie dort Leute herumstehen, sich angeregt über das Feuer unterhaltend und genervt auf die Uhr schauend, um dann zum Handy zu greifen – Schnitt: Quäken des Telefons am Feuerwehrmannohr. Wenn Sie möchten, können Sie die Kamera auch kurz einen Schwenk durch die Feuerwehrwache machen lassen, wo eine Runde Feuerwehrmänner sitzt, Skat spielt und ab und an zum Telefon greift – Schnitt: Richtig, das Feuerwehrmannohr-Telefon ringelt und klingelt. Dem Feuerwehrmann könnte sein Portemonnaie aus der Tasche fallen und aufklappen. Zoom auf den sichtbaren Ausweis. Und man erkennt, dass der Kerl gar kein Feuerwehrmann ist, sondern, sagen wir, Psychologe. Oder Schauspieler. Gerne auch Schriftsteller. Was immer sie wünschen, sofern es nicht Feuerwehrmann ist. Zeit für eine Rückblende. Die würde aber zulange dauern für einen Blog-Post. Vielleicht hebt er einfach sein Portemonnaie auf, schaut darauf und die Kamera macht einen schnellen Zoom auf sein Auge, bis das Schwarze den Bildschirm ausfüllt und man sieht, wie sich die Iris verengt. Er erstarrt. Er reißt sich die Telefone von den Ohren, zieht sich die Feuerwehrmannskluft vom Leib – darunter könnte ein Anzug zum Vorschein kommen – und fragt leise in die Kamera, was zum Teufel er eigentlich hier tut. Er strafft die Schultern, schüttelt ungläubig den Kopf und geht die Strasse zwischen den brennenden Häusern langsam, mit entspannten Schritten entlang. Die Kamera zeigt die Szenerie, bis er zwischen Qualmwolken und Feuergarben verschwinden. Vielleicht noch ein Abschlussbild. Ein Cottage inmitten grüner Wiesen, nahebei rauscht das Meer. Der Mann, in legerer Kleidung, sitzt an einem Schreibtisch mit Blick aufs Meer und schreibt. Vereinen Sie in Ihrer Vorstellung die beiden Bilder. Kurios nicht wahr? Ein abgemagerter Riesenhamster mit irrem Blick, der in ein Buch schreibt und über das blaue Meer blickt, mit einem Lächeln unter den Barthaaren und angekokeltem Fell. Das ist nicht genau das, was ich beabsichtigt habe, aber es genügt für das, was ich sagen möchte. Ich könnte es auch noch etwas anders und einfacher mit einem Zitat ausdrücken: Keine Staus. Wobei angekokelte, schreibende Riesenhamster mit Staus und Cocktailpartys wenig anfangen können, wie ich zugeben muss. Aber das ist egal. Das Bier ist wichtig. Im übertragenen Sinne. Mein Bier, um genau zu sein. Denn alles andere wird mich in der nächsten Zeit nicht interessieren. Ich nehme mir das, was gerne “Auszeit” genannt wird. Bei Bränden und anderen Befindlichkeiten wählen Sie bitte die zuständige Nummer. Meine findet man unter “Schriftsteller“, “Leseperformer” und, auch wenn ich den Begriff nicht mag, “Künstler“. Man findet mich hinter meinen Büchern und Zeichenblöcken, gleich hinter dem Gartentörchen mit dem grossen Schild “Unbefugten ist der Zutritt untersagt”. Gleich über “Nicht stören”. Gleich über “Každý by si měl zamést před vlastním prahem.“ |
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[Norman Liebold,
18.05.2011 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 12.02.2011 unter Autorengefasel, Nähkästchen
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Am 25.03. findet im Literaturkino (Capitol zu Siegburg) die nächste WortAnKlang-Veranstaltung mit einer neuen Story statt. Auf dem Programm steht “Die Höhle”. Ich habe etlichen schon von dieser Geschichte erzählt, insbesondere einigen Studenten der RSAK, die dazu Illustrationen erstellen werden. Nach der wunderbaren Urlesung von “Maxims Grossvater” habe ich nahtlos “die Höhle” begonnen. Nach langer Zeit wird es eine Geschichte, die die Namen “Horror” verdient. Sie spielt in den Höhlen unter dem Petersberg und verschmilzt psychologische Thematiken mit wirklich süffig-gänsehäutigem Schauerroman. Sie wird Ende März als eigenes Buch erscheinen. |
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[Norman Liebold,
12.02.2011 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 11.02.2011 unter Autorengefasel, Nähkästchen
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Die dritte Geschichte für den Roman “Ansichten eines Aktmodells” und damit auch die Zäsur am Ende des ersten Teiles ist abgeschlossen und hat gestern seine Feuertaufe bestanden: “Maxims Grossvater”, wobei der Titel nur ein Arbeitstitel ist und die “Feuertaufe” mehr ein Fest gewesen ist, indem sie die Geschichte mit der Wirklichkeit verband, überlagerte und ein ganz eigenes Gefühl erzeugte. Tatsächlich hatte ich einigen Bammel, die Story demjenigen vorzulesen, den sie am meisten betrifft – ihre Inspiration hat sie nicht nicht nur aus wirklich geschehenen Momenten, sondern vorallem von dem tatsächlichen Grossvater. Und es war für mich ein wundervolles Erlebnis zu hören, dass der Enkel diese Lesung und die Geschichte als das bisher schönste von mir bezeichnete, nachdem irgendwann gegen drei morgenmantelnd das letzte Wort vorlas. Es ist in der Tat eine sehr rührende Geschichte, vollgepackt mit Achtung und Liebe für Mensch und Kunst. Dass aus meiner Anlage genau in dem Moment, als der letzte Satz ausgeklungen war, Louis Armstrongs Version von “What a Wonderful World” ertönte, gab dem ganzen noch das letzte, wunderbare “Oh jeah”. Die Urlesung wird voraussichtlich im März in Maxims Tattoo-Studio “Tintenrausch” in Köln-Gremberg stattfinden, das nebenbei auch der Handlungsschauplatz ist. |
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[Norman Liebold,
11.02.2011 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 20.01.2011 unter Autorengefasel, Nähkästchen
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Im Moment entsteht die dritte Geschichte für das Romanprojekt “Ansichten eines Aktmodells”: Nach “Euthanatus”1 und der “Allegorie vom Wanderer”2 endlich die von einigen lang herbeigesehnte Novelle “Maxims Grossvater”, die das Ende des ersten Zyklus im Roman markiert. Heute, und während ich dies schreibe, sitze ich bei Maxim und rauche gemütlich ein Pfeifchen. Und genau von diesem Pfeifchen möchte ich erzählen. Sein Weg zu mir ist nämlich recht erstaunlich und am besten von hinten her zu erzählen. Die Pfeife bekam ich vor drei Wochen von meinem lieben Freund und Mitkünstler Wolfgang geschenkt, als ich bei ihm einen wundervollen Abend verbrachte. Er meinte, er bräuchte sie nicht mehr. Als ich nun heute Maxim einige Passagen auf “Maxims Grossvater” vorlas und mir dabei eben dieses Pfeifchen anzündete, meinte er, dass sein Grossvater ein ganz ähnliches gehabt hätte. Nun sind Wolfgang und Maxim eng befreundet, und ich sprach die Frage aus, die mir auf der Zunge lag: “Könnte es zufällig sein, dass Du die Pfeife Deines verstorbenen Grossvaters Wolfgang vermacht hast?” “In der Tat, damit er sein * rauchen kann.” “Er hat diese Pfeife mir geschenkt…” Maxim nahm die Pfeife näher in Augenschein. Noch näher und noch genauer, dann schaute er auf und erklärte: “Das ist die Pfeife meines Grossvaters, ohne Zweifel!” Ich finde das einmal mehr sowohl amüsant als auch bezeichnend: Ich schreibe seit etwa einer Woche an “Maxims Grossvater” und, ohne es zu wissen, hängt mir dabei die Pfeife gerade dieses Grossvaters im Mundwinkel, der eines der massgeblichen Inspirationen zur Geschichte war. Es gibt keine Zufälle …
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[Norman Liebold,
20.01.2011 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 18.01.2011 unter Nähkästchen
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[Norman Liebold,
18.01.2011 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 09.08.2010 unter Autorengefasel, Nähkästchen, ThesbisKarren
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Ich möchte von einer wunderschönen Sache erzählen, die mir aktuell widerfährt. Im Moment habe ich die Ehre, von meinem lieben Freund und Meister Junus Karimow (www.junuskarimow.de) portraitiert zu werden. Zum einen entsteht ein “Kopf”, also ein Portrait, das mein Haupt in realativ moderner Art und Weise zeigt (Siehe: Norman wird von Meister Karimow portraitiert). Zum anderen aber entsteht ein wunderbares Portrait von mir als Schriftsteller, das mich beim arbeiten zeigt, mit meinen fast in Renaissance-Manier um micht gruppierten geliebten Werkzeugen wie eben meinen Notizbüchern, meine Instrumente et cetera, das ganze aber mit den für Meister Karimow typischen modernen, abstrakten, zwischen Kubismus und Praeraffaelismus angesiedelten Elementen. Während ich für Stunden in genau der Haltung Modell sitze, die ich auch inne habe, wenn ich wirklich arbeite, stellte ich fest, daß ich mich – wie bei manchen guten Freunden manchmal möglich – durchaus so ruhig und in mir ruhend fühlte, daß ich mir vorstellen könnte, tatsächlich zu arbeiten. Also betätigte ich mit Einverständnis des meisters die phantastische Mechanik meines Pilot Namiki Capless und ließ die 43 Karat-Goldfeder vorn herausschlüpfen. Eigentlich, das muß ich zugeben, hatte ich erwartet, lediglich einige Notizen zum Handlungsverlauf und zu den Charakteren festhalten zu können. Zu meiner absoluten Überraschung angesichts der ungewöhnlichen Situation rutschte ich nahezu übergangslos in den Schreibmodus, und das auf denkbar konzentrierte Weise. Und es entstand ein fast schon traumhaft wunderbarer Moment, in dem zwei Kreative in völlig unterschiedlichen Kunstformen – Malerei und Literatur – gemeinsam nebeneinander arbeiten konnten. Das ist zumindest beim Schriftsteller eher ungewöhnlich, meist muß ich allein sein, wenn ich arbeite. Aber das ist noch nicht alles, das Wunder übertrumpft sich selber: Denn während der Maler Junus Karimow den Schriftsteller Norman Liebold in Öl portraitiert, portraitiert der Schriftsteller Norman Liebold zugleich den Maler Junus Karimow in Worten: Denn das Romanprojekt, an dem ich gerade arbeite, sind “Die Ansichten eines Aktmodells”, und es spielt nirgends anders als im Aktraum der Rhein-Sieg-Akademie für Design und realistische Kunst, in dem Junus Karimow nicht nur als Dozent wirkt, sondern tatsächlich auch als Figur eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Junus Karimow und ich wirken beide beim “SIEBENKUNST”-Projekt mit und es wird ab September verschiedene gemeinsame Events geben. Ich halte auf dem Laufenden. |
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[Norman Liebold,
09.08.2010 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.06.2010 unter Autorengefasel, Nähkästchen, ThesbisKarren
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Als ich heute am frühen Nachmittag meinen treuen Rosinante bestieg und von der Akademie am Hanfbachtal entlang den steilen Berg zu meiner Wohnschnecke emportrabte und der Ölberg, der alte Knabe, über den Wäldern und Feldern sein Haupt gutmütig zu mir hinüber neigte, machte ich eine ganz erstaunliche Entdeckung. Ich hielt und kramte meinen Terminkalender heraus. Und – oh unglaubliches Wunder! – er erzeigt sich für die sommerlichen Gefilde (genauer: ab morgen Abend), zumindest gemessen an den letzten Monaten, eine geradezu juncvrouwlihe Weisse. Mir entfuhr eine Art ronjaischer Jubelschrei. Es wäre gelogen zu sagen, daß es gänzlich überraschend käme, denn natürlich habe ich recht viel dafür getan, dass denn dieses so sei, denn ich habe einiges vor. Dergestalt, daß ich vor Vorfreude bereits ein breites Grinsen im Gesicht trage. Das Abschütteln der Flöhe in meinem Pelze, die sich lautstark darüber streiten, wem von ihnen denn dieser Pelz denn nun gehöre, hat mit der Niederschrift des “Euthanatus” und vor allem seiner – man kann es nicht anders nennen – furiosen Premiere Samstag Nacht mit Maxim, Tom, mir selbst und meiner geliebten Klarinette die Abschlussphase erreicht. Der Wolf in meiner Brust grummelt und schnurrt und ist sehr entspannt, und die Schreibfeder juckt und zuckt ebenso wie die Zeichenfeder. Ich freue mich auf einen Sommer mit leichtem Wandergepäck, den ich, einem alten Wunsche folgend, jetzt endlich in den Gefilden der Sieben Berge verbringen werde. Es wird zwar keine regelrechte Sommerpause in Bezug auf Vorstellungen geben, aber ich fahre den Hauptbetrieb ein gutes Stück herunter, von kleineren Vorstellungen (Nettersheim, Köln, Bonn und hier und da in kleinerer Runde, um die Vollendung einer Geschichte zu feiern) einmal abgesehen. Mein leichtes Gepäck besteht aus einem Zeichenblock, meinen Schreib- und Zeichengeräten, einem Stapel Notizbücher und meinen zwei Begleitern, der pentatonischen Flöte und der Klarinette. Für letztere baue ich mit Landi Graywolf jetzt einen neuen Koffer, der sie in ganzer Länge aufnehmen kann und an den Rucksack geschnallt werden kann. Und für Nervsäcke, Nörgler und notorische Drängler habe ich noch meinen 35-Pfund-Jagdbogen dabei. Nicht im Gepäck ist der Computer, noch nicht einmal das Netbook. Hier schon einmal eine kleine Vorausschau. Ab Mitte August geht SIEBENKUNST an den Start. Meine Wenigkeit hat eine kleine Armada zusammen getrommelt, die ähnlich tickt wie ich. Vernünftig, wie ich finde, man könnte sagen beornesk. Verrückt, wie andere finden mögen. Bildhauer (I), Goldschmiede (II), Grafiker (III), Maler (IV), Musiker (V), Schriftsteller (VI) und Kunsthandwerker (VII). Stein, Licht, Wort und Klang war ein voller Erfolg, die nächsten Projekte, u.a. mit dem Rheinischen Landesmuseum, laufen gerade an. Ich halte auf dem Laufenden. Anfang Julai geht www.siebenkunst.com online. Ich selbst sitze gerade an “Ansichten eines Aktmodells” – “Euthanatus” ist die erste Story aus dem Roman. Die zweite, Arbeitstitel “Maxims Grossvater” ist in der Schreibphase. Spontane Geschichtenvollendungs-Lesungen werden über den Sommer hin kommen, ich informiere, wann und wo – oder schickt eine Mail, daß ich Euch in den Newsletter aufnehme. Die Künstler haben bereits begonnen, an der aufwendigen Illustrierung zu arbeiten, denn das Buch, das Anfang September mit einer grossen Ausstellung erscheinen wird, ist ein Kunst-Projekt mit 12 verschiedenen Illustratoren. Nach den Ansichten darf man sich auf den “Stift” freuen, den ich auch schon seit 2006 in der Mache habe. Eine sehr kuriose Liebesgeschichte, die dritte des Künstler-Zyklusses (Beorn, Ansichten eines Aktmodells, Der Stift) und ein bitterböser Krimi obendrein, wenngleich diesesmal kein Siebengebirgskrimi (zumindest nicht direkt), sondern in der alten Heimat spielend. (Möglicherweise kommt der auch schon im September). Im Winter dann endlich mein “Zeitenquell”, unter den ich dann schreiben kann: Entstanden 2003-2011. Vielleicht mein erster Roman, den man “mainstreamtauglich” nennen kann. Das Rheinische Landesmuseum Bonn hilft netterweise bei der Recherche und stellt sich gerne als Handlungsschauplatz für die böse Diebstahlszene zur Verfügung (kicherkicher, die kennen mich wohl noch nicht, ich bin nicht nett, nein, das bin ich nicht). Im Übrigen haben sich die Schauplätze jetzt alle justiert. Ina wird vom Kopf der heisterbacherrotter Ruine stürzen, das magische Artefakt (oder was man dafür hält) bekommt sein Schlüsselloch in den Höhlen unter dem Petersberg, wo Eckehardt, der verrückte Autor, auch seinen Kaktustrip fährt, und auch wenn ich den Maria Laacher See sprengen will, die Auswirkungen würden auch die Vulkane im Siebengebirge zum Bruzeln bringen, so daß der “Zeitenquell” tatsächlich der vierte Siebengebirgskrimi werden wird. Die erste Ausstellung mit meinen Landschaftszeichungen und Photographien wird im September stattfinden. Das Literaturkino Siegburg eröffnet am 25.09. wieder seine Pforten, und es freut mich, daß das älteste und schönste Kino Siegburgs die Lesereihe mit dem Liebold und seiner verrückten Musikerhorde auch dieses Jahr fortsetzen wird. Einer meiner schönsten Lesungsorte. Und natürlich mein absolutes Lieblingskino. Es gibt also viel, um sich drauf zu freuen, und ich schultere jetzt meinen Rucksack, ziehe meine Schuhe aus, greife meinen Jagdbogen und schau mal, welche der Musen zuerst mit dem Waldschrat zu tanzen Lust verspürt, wenn ich ihnen klarinettierend zum Tanz aufspiele. |
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[Norman Liebold,
14.06.2010 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 31.05.2010 unter Autorengefasel, Nähkästchen
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Viel wichtiger ist, daß das Universum mich mit einem Zeitfenster beschenkt, das ich auch dringend nötig habe, denn auf der offiziellen Buchpremiere von “Versichert”, nächsten Samstag, möchte ich nicht nur einige Kostproben aus meinem jüngsten Novellchen geben, sondern, wie zu hoffen ist, auch schon mit zwei oder drei kurzen Geschichtelchen einen Ausblick auf das nächste Buch geben können. Das Buch, das mich jetzt seit gut zwei Jahren heftigst beschäftigt und die vielleicht größte Herausforderung ist, der ich mich bisher gestellt habe. Mh. Zumindest bis es fertig ist, denn dann kommt “Der Stift”, der noch viel heftiger ist, da er das vielleicht letzte große Geheimnis thematisiert und etwas zum Abschluß bringt, das 1995 mit dem “Minnesänger-Komplex”1 begann. Und danach steht das Winterprojekt an… endlich der 4. Siebengebirgskrimi “Zeitenquell”, für den ich jetzt schon 7 Jahre recherchiere. Aber genug des Abschweifens und Vorausblickens. Bis nächste Woche Samstag begebe ich mich, um das Publikum in Michael Francks Skulpturengarten mit brandneuen Stories beglücken zu können, in Schreibklausur. Die Veranstaltung lohnt sich ungemein: Nicht nur das Ambiente ist grossartig, wenn bei Schwedenfeuer und hereinbrechender Dämmerung Michaels phantastische Skulpturen zu Licht und Leben erwachen und Maxim und ich mittendrin lesen und jammen und wortanklingen, sondern es wird auch der erste gemeinsame Auftritt mit EcoDuo, dem Geschwisterpaar Daniel und Lara Gentile, die an Gitarre, Geige und wunderbarem Gesang den Abend zusätzlich musikalisch verfeinern. Ausstellung, Lesung, WortAnKlang und Konzert – und das ganze auch noch bei freiem Eintritt… und nebenbei kann man schonmal die Kerntruppe von “SIEBENKUNST” kennenlernen, die Künstlergruppe, die ich gerade formiere und die ab Herbst mit ganz neuen Projekten in der Region in Erscheinung treten wird.
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[Norman Liebold,
31.05.2010 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 22.05.2010 unter Autorengefasel, Nähkästchen
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Die Bombe wurde entschärft. Drei Minuten vor 23:00 Uhr in Brehmen gelang es den Spielern des Alternate Reality Game (veranstaltet von BASA, dem Waldritter e.V. und der Stadt Brehmen), den richtigen Draht zu durchtrennen. Was soviel heißt wie daß ich jetzt nach zwei Wochen durchschrubben und Rätselseiten-Bauen (www.mynastery.org) Urlaub machen kann. Und so scheint die Sonne nicht nur aus dem kristallklar blauen Himmel des Siebengebirges, sondern zudem aus meinem Hintern, denn, wohl eine weitere Streicheleinheit vom Universum, ich darf bis Ende nächster Woche die Sieben Berge nicht verlassen, da ich als Hüter der Zerberus (respektive Gay Einzahn) und des Platzes abgordert bin, wo meine Wohnschnecke herumkriecht. Es könnte nicht schöner sein und nicht besser passen. Heute morgen mit der Sonne aufgestanden, einen Spaziergang durch nebelfeuchte Maiwiesen gemacht und danach den Parker Jotter und den Pilot Capless mit Tinte frisch befüllt, um mit der zentralen Geschichte des Zyklusses “Ansichten eines Aktmodells” zu beginnen. Die Einleitung – in diesem Falle die sperrigste der Szenen – sauber heruntergeschrieben. Jetzt darf das Aktmodell auftreten und auf das Podest steigen, um die wohl bisher herausforderndste Geschichte zu beginnen, der ich mich je gestellt habe. Enger verwoben und verquickt habe ich wahrscheinlich bis heute keine Story konstruiert, und ich freue mich sehr auf die Arbeit daran. Den ersten Schmankerln kann man am 12. Juno in Alfter lauschen, wo ich gemeinsam mit Maxim Spektor und Eco Duo in Michael Francks Skulpturengarten eine Kunst-Musik-Literatur-Matinee zu veranstalten die Ehre habe. Ich hoffe, daß ich bis dahin “Euthanatus”, “Maxims Großvater” und den “Wanderer” fertig haben werde. Nebenbei: Der Veröffentlichungstermin von “Versichert” steht fest. Die erste Novelle des neuen Zyklus’, die ihre Premierenlesung am 17.04. in den Vier Raben zu Köln hatte, wird am 12. Juno offiziell veröffentlicht und ich bringe das nach druckfarbenfeuchte Bändchen mit in den Skulpturengarten. Es kann schon vorbestellt werden! |
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[Norman Liebold,
22.05.2010 |
Von Norman Liebold geschrieben am: 03.05.2010 unter Autorengefasel, Nähkästchen
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[Norman Liebold,
03.05.2010 |