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DAS LIEBLOG

Weblog des Schriftstellers, Künstlers und Performing Artists Norman Liebold

September, 2006

noch ein wort zur freiheit | mehr puste für blumen

Von Norman Liebold geschrieben am: 30.09.2006 unter Nähkästchen

01.05.2006, in einem alten römischen tempel in der eifel nach walpurgisnacht. hinten mein im außen inkarniertes gutes rauch-gewissen martin hSternchen, der martialisch-militante antiraucher


ich war ja knapp fünfeinhalb monate faktisch und praktisch aus der welt und kroch in den katakomben mittelalterlicher literatur herum. viele haben mich wenig mit tendenz zu gar nicht gesehen (auch kein wunder, wenn man zwecks forschungsarbeitsverfassen zuflucht in einem kaff hinter den sieben bergen bei den 666 plastikgartenzwergen sucht). welche menschen – nicht zwerge – nunmehr sich hie und da beim wiedersehen dabei ertappen, daß sie meinen, daß irgendetwas fehlt. siehe bild links oben.
ah? ah!
korrekt, jenes welches unaussprechliche, das faktisch in den letzten jahren unterhalb der nase oberhalb des kinns zwischen die lippen implantiert war. ich habe meine letzte zigarette ausgedrückt. nach fünf monaten darf ich – selbstkritisch genügend abgesichert durch aktuelle ständiggesellschaft von kettenqualmern und ohne auch nur einen gedanken an rückfälligkeit – vorsichtig formulieren, daß ich zur spezies der nichtraucher übergewechselt bin. was einer konsumreorientierung von ca. 60 auf 0 zigaretten entsprach.
als autor zum kreieren neuer begriffe berechtigt schlage ich angesichts der überaus angenehmen und positiven erfahrungen diesbezüglich die schaffung einer neuen bezeichnung für “nichtraucher” vor, da die herleitung aus einer negierung völlig unpassend ist.
ich plädiere daher für frischluftatmer, sauberlüngler oder reinlüftler, unterordnung der auswurflosen weißzähne. einwände der gilbfingrigen schwarzzähne, gattung der auswürfler, art der suchtlerischen dauerstinker natürlich verständlich. aber abgelehnt. bez. etwaiger diskussionen: abgesehen vom längeren atem verfüge ich jetzt auch über mehr geld, um meine germanistischen kollegen von duden zu bestechen…

herzlichsten und lieben dank besonders für die bestärkenden bestätigungen und liebevollen schulterstreicheleinheiten an martün, jenser und susännchen aus der fraktion der auswurflosen weißzähne (bzw. perlmutternen )

KOMMENTARE

jens (1.10.06 18:52)
sauerstoffaufnehmer?

norman (1.10.06 20:59)
is’ das ‘ne art wischmopp? der sauerstoff-aufnehmer? vorschlag: sauerstöffler? “moin, raucher oder sauerstöffler?” “sauerstöffler, bitte, fensterplatz.” *schenkelklopf* nPoint

Das Martün (7.10.06 19:55)
Der Norman hat’s geschafft!!!

dat nörmsche (9.10.06 10:37)
in der tat, martün, meister des atriums. u.a. deiner unterstützenden arschtreterei . danke auch für dein mit-blasen bei der pusteblume. die ist völlig unquittierbar geworden, glücklicherweise! also: ich bin klein, mein herz ist rein… wie ein bergkristall vielleicht :-D, ohne auf geokomiker anzuspielen, wie weiland bartholomäis bartholomäi in türnich…
apropo reisen. sehn wir uns 19-22 in bärenstadt?



[Norman Liebold, 30.09.2006
Nähkästchen
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omnamashivaja | das verflixte 30. Jahr oder von der Freiheit

Von Norman Liebold geschrieben am: 29.09.2006 unter Nähkästchen



Es ist weit weniger lang her, als ich glauben würde. Es war, kurz bevor sich die Welt entschloß, mir ihre Flexibilität zu demonstrieren. Im Auto von Gerd alias Swami Shankarananda auf dem Rückweg vom “Blauen Auge”(Rheinland), wo er mit gewichtigem Gesicht (oder gesichtigen Gewicht, bei Gerd-Tüten ist das so eine Sache) und einem Scherz auf den Lippen einen gigantischen Bergkristall samt stimmungsvoller Kerze in einer Höhle drapierte, um diverse Strömungen des energetischen Fluidums zu kanalysieren – oder, wie er zugleich grinsend bemerkte – einfach eine “coole Stimmung” zu erzeugen.
Bei der Rückfahrt erheblich breit breit im Sitz versunken, ein Bierchen in der Hand auf der Autobahn Richtung Hennef, wurde mir mit bedeutungsschwerer Stimme erklärt, daß sich während meines 30sten Lebensjahres alles verändern würde.
“Alles?” – “Alles!”
Ich dachte heute an ihn, mit einem besonderen Grund. Breit in seinem ratternden Vehikel war ich noch mit der Frau zusammen, von der ich dachte, sie sei “diejenige”, mein Vater lebte noch und ich nannte mich “ordentlicher Student”. Ich wohnte in Siegburg, hüpfte von Bühne zu Bühne, war von Exfreundin-Anhängseln bekrittelter Nichtführerscheinbesitzer – und befand mich im 29sten Lebensjahr.
Der kleine Zähler der zweistelligen Zahl hat sich eines weiter gedreht und ist nunmehr kurz davor, auf die “0″ zurückzuspringen, während mit einem tiefen, bedeutungsschwangeren klonk! der Zehner-Zähler im Begriff ist, einen weiterzurumpeln.
Justamente klingelt das Telephon und Swami Gerd Shankarananda ist fröhlich-unverfroren wie stets am anderen Ende – nach über einem Jahr das erste Mal und doch wie gestern…

Wer im Besitz der “Spaltenzungen ist bzw. in den Genuß ihrer Lektüre kam und den nicht unberechtigten Schluß wagte, daß dieses Ausfluß durchaus auto(r)biographische Aspekte enthält, und meiner Versicherung Glauben schenkt, daß dies erst der Anfang war, wird vielleicht verstehen, daß es ein ziemlich seltsames Gefühl ist, wenn Frau Zeit es für angebracht hält, binnen sehr überschaubarer Zeit mal eben sämtliche offenen Kreise der letzten 18 Jahre auf einmal zu schließen.
Danke jedenfalls dem lieben Shankarananda, es ist schön, die Besonderheit eines seltsamen Lebensumschlagsplatzes vor Augen geführt zu bekommen!
Was Ewigkeit scheint, begann erst im August. Das, was ich recht pauschal als “absolute Freiheit” bezeichnen möchte, effektiv letzte Woche Dienstag. Ich denke, es ist verzeihlich, wenn das noch nicht ganz durchgesickert ist und es erst Montag Morgen (wieder) auf aventiure geht.

postscriptum: der swami ist ein paar jährchen älter, aber immerhin war er damals verheiratet und lebte im rheinland, während er nach einem intermezze zu berlin jetzt als ma-jünger im ashram zu ulm die welt neu tapeziert. aber, wie er versichert, gibt es hier stout und guiness im faß — was soviel heißt, als daß ich vor der dicken 3 auf jeden fall noch mal hinfahren werde — jedenfalls liegt es nicht nur an der 3, soviel ist sicher.



[Norman Liebold, 29.09.2006
Nähkästchen
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Spaltenzüngelnd-kreiseschließender Ostseetrip

Von Norman Liebold geschrieben am: 29.09.2006 unter Nähkästchen

Es gibt Dinge, die werden so lange nicht getan, daß sie immer heftiger an einem zu nagen beginnen, nagend alle Arten von Idealen, Wunschvorstellungen und Träumen in sich hineinfressen und schließlich eine kritische Masse erlangen, jenseits derer sie magisch werden.
Das ist sehr höflich ausgedrückt. Man könnte auch einfach sagen, daß sie dermaßen fett, alt und häßlich werden, daß sie schwitzend, stinkend und eklig von hinten links ins Ohr keuchend wirklich motivieren, alles zu tun, um sie endlich loszuwerden.
Wie dem auch immer sei – magisch oder ranzig keuchend -, die Ostsee war definitiv eines dieser Dinge. Seit 1996 versuchte ich mich durch das (Bade)Salz glücklicher Kindeheitserinnerungen zurückzugraben, um etwas wiederzufinden, das ich definitiv verloren glaubte: Donnerkeile.
Ich war mir inzwischen bewußt geworden: die Magie der häßlich aufgeblähten Idealitäten vergraben zu Diamant verdichteten Kleinkindverliebtheiten war reine Einbildung. die Donnerkeile nur blöde Steine ohne mythisch-erregende Geheimnissvollität (oder so), und wahrscheinlich würde ich noch nichtmal einen finden – immerhin hatte ich ja mit der unbändigen Versessenheit des fossiliengeilen Kindes jeden Urlaub danach gesucht, um (so ich mich erinnere) vier Stück gefunden zu haben. Und darüber hinaus… es gibt ja auch die Entzauberung dessen, was man haben kann. Nach drei, vier Nordseeaufenthalten im Jahr über zehn Jahre hinweg würde das Idealbild des Ossikindes, für das “Ostsee” noch ein Zauberwort war, wohl kaum Bestand haben…

Ich war drei Tage da. Ich habe verknotet auf der Rückbank meines Wagens gepennt. Ich habe meine Lieblingsschuhe auf scharfen Flintsteinen in Stücke gerissen, ich habe mit Dutzende Beulen und Schründe geholt, als ich den Wahnsinn beging, wegen einer (ziemlich geilen) Mondlicht-Aufnahme blind über die versteinerten Babyköpfe der Stubbenkammer fünf Kilometer zurückzustolpern. Ich habe mir den Stinkefinger durch drei Hautschichten durchgebrannt, als ich während des Besäufnisses mit einem Berliner VW-Bus-Goya-Weltenbummlers so blöde war, ein glühendes Scheit unseres Strandfeuers zu nehmen, richtig ins Feuer zu legen und erst dann zu realisieren, daß man glühende Holzscheite nicht einfach so anfaßt. Ich hatte eine wirklich, wirklich üble Miezekatze im Kopf, wurde unterhalb von Kap Arkona, sechs Kilometer vom Auto entfernt, samt dieser immer heftiger anschwellenden Miezekatze naß wie ein begossener Pudel. Die Miezekatze war inzwischen eine Art mutierter Königstiger geworden, der KingKongs und Godzillas als Nachtisch nimmt, und ich fühlte mich wie die Fische, die mit dem Bauch nach oben an der Saßnitzer Mole rumschwammen, nachdem sie da die Fliegerbombe gesprengt haben. Eine Kopfschmerztablette zu bekommen wurde zu einer Odyssee, aber ich habe sie letztlich bekommen, und in wunderbarer Synchronie riß der Himmel nach dem Einwerfen auf und die Sonne begann wieder zu scheinen.
Es war magisch, Jasmund ein Traum, meine Kindheitserinnerungen, die mich dahin gelockt hatten, nicht mehr als ein blasses Abbild gegenüber den Bildern und Erlebnissen jetzt. Und, das darf nicht unerwähnt bleiben, ich habe mindestens ein ganzes K i l o Donnerkeile gefunden!

Die Liebhaber des “Minnesänger-Komplexes” und besonders des Perlenfischers freuen sich vielleicht zu hören: Der Stein ist noch da, wo sich die Perle verwandelt hat und verwandeln wird.

Das ist natürlich nur ein Versuch dieses “Blogs” – hier kommt nämlich der Link zur neu eingestellten Photogalerie mit einer Auswahl der Bilder, die entstanden sind (einschließlich der Mondaufnahme der geprellten Knochen): Photogalerie Jasmund.

KOMMENTARE

cruor / Website (28.9.06 02:09)
ich kann die schmerzen und muehen zwar nicht vollstaendig nachempfinden. aber die mondaufnahme und auch die uebrigen bilder scheinen diese blessuren wert gewesen zu sein. :-)

liebe gruesse,
cruor.

nachtrag:
ich habe die gelegenheit genutzt und mir die leseprobe “fisch und schwalbe” zu gemuete gefuehrt. fand ich toll. erinnerte mich ein wenig an ovids metamorphosen. ich werde weiterlesen. :-)

norman / Website (28.9.06 20:02)
Die Schmerzen und Mühen bezüglich der Stubbenkammer besteht in losen, fußballgroßen Flintsteinen, die im Dunkeln den Nachteil haben, nicht mehr gesehen werden zu können: du legst Dich alle Nase lang auf die Selbige.
1997, als ich “Fisch und Schwalbe” schrieb, kannte ich Ovid noch nicht sehr gut. Aber wo immer man wohl etwas erwähnt, daß sich in einen Frosch verwandelt, steht man wohl entweder in der Tradition des Froschkönigs oder in der der wütenden Latona, die die hartherzigen lykischen Bauern in Frösche verwandelt:

“[...] Schmähsüchtige Zungen Üben sie jetzt auch noch und schreien mit schamloser Frechheit;
Ob auch Wasser sie deckt, keck zanken und quaken sie immer.
Heiser erschallt ihr Ruf, und es schwillt der geblähete Hals auf;
Ihr weit offenes Maul dehnt Lästerung noch in die Weite.
[...]
Grün ist der Rücken und weiß der Bauch, an dem Leibe das Größte, Und so hüpfen sie nun als Frösche im schlammigen Wasser.« (aus: Ovid, Metamorphosen, Buch VI: Die lykischen Bauern)

Viel Spaß beim Lesen. Zu empfehlen sind aber doch eher die Sachen, die nicht gerade 10 Jahre alt sind .

cruor / Website (28.9.06 22:53)
es waren gar nicht so sehr die froesche, die mich an ovid erinnerten, sondern vielmehr die metamorphose an sich – diese weiterentwicklung, die von der tiefen sehnsucht und dem wunsch nach dem unerreichbaren genaehrt wird.
ich werde mich nun artig den frischeren werken zuwenden und verbleibe mit guten wuenschen fuer die nacht, cruor. ;-)

norman / Website (29.9.06 09:45)
ohwei. da dachte ich, ich könnte dir vielleicht einen speziellen text auf meiner seite empfehlen, der vielleicht sogar vollständig da ist, aber dergeichen metamorphosen geschehen da ja ständig, immer wieder und überall. vielleicht findest du ja was in der schmökerecke. viel spaß!



[Norman Liebold, 29.09.2006
Nähkästchen
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(un)notwendige (Un)Freundlichkeit | pusteblume_2

Von Norman Liebold geschrieben am: 28.09.2006 unter PhiloBlog

1995
Es heißt, derjenige habe die “Kultur” erfunden, der als erster anstatt eines Faust- oder Keulenschlags eine Beleidigung benutzte, um seinen Unmut auszudrücken.
Ich möchte hier einen Schritt weitergehen. Im Umgang mit ansatzweise vernünftigen, minimal reflektierten und zumindest durchschnittlich beherrschten Menschen sollte es eigentlich problemlos möglich sein, die sich anbahnenden Voraussetzungen zu erkennen, die es notwendig machen könnten, unfreundlich zu werden, beleidigend oder gar verletzend.

[Zum Rest des Beitrages! »]



[Norman Liebold, 28.09.2006
PhiloBlog
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neuer fan | streicheleinheiten-junkie

Von Norman Liebold geschrieben am: 28.09.2006 unter Nähkästchen

[eudenbach, nachtrag] nachdem mich ich einige zeit lang ausgiebigst darin befleißigte, gift und galle zu speien, möchte ich doch auch einmal etwas schönes erzählen.
vor vielleicht anderthalb wochen bestellte ein sich so selbst titulierender netter boier die “bardenträume”, um kurz darauf nicht nur per mail aufmachung, qualität und (bewußt als letztes genannt ) inhalt in höchsten tönen zu loben, sondern sogleich meine gestammelten werke im großpack zu ordern – einschließlich der höflich formulierten bitte, eine meiner graphiken als poster haben zu dürfen.

ich muß ganz ehrlich gestehen, das geht runter wie lauwarmes rizinusöl, wenn beim schlucken der kehlkopf sanft gestreichelt wird. um so mehr, als daß aktuell wegen der letzten universitären schwimmzüge alles mehr oder minder auf eis liegt und auf sparflamme köchelt und insbesondere die bretter, die die welt bedeuten, kaum durch mein auf- und niederhüpfen in schwingung gebracht werden. was ich überaus vermisse. (ich hatte mSternchen nie geglaubt, daß es ein jahr dauern würde, aber genau das tut es wohl… seit februar stecke ich schon mehr oder minder in clausuram, und mit ein wenig glück (oder mitleid) ist es treffenderweise am valentinstag vorbei.

dann tun solche erlebnisse wohl, ebenso wie ein “Damit Du es weißt: Deine Geschichten geben einer der rastlosesten Personen der Welt Ruhe” oder einem kommentar von lichtmeister vom wildwuchs, daß er immer noch gerne dran denkt und es “großartig” fand.
das ist wohl eine art geständnis… in den monaten in den mediävistischen gefilden des bücherstaubs (auch noch im heißesten sommer seit jahren) verschwimmt zuweilen der klare blick auf das, was wirklich zählt. streicheleinheiten für die eigene kunst.



[Norman Liebold, 28.09.2006
Nähkästchen
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pusteblume

Von Norman Liebold geschrieben am: 27.09.2006 unter PhiloBlog

es gibt diese verdammten momente, wo man sich immer mal wieder am kleinen finger hat nuckeln lassen. und bei der nächsten gelegenheit feststellt, daß man deinen arm geschultert hat und dich quer durch irgendwelche wüsten, sümpfe und gebirge schleift (das ist die angenehme version, die unangenehme ist die, daß man auf eine schulter ohne arm schaut). und der schleifer auch noch denkt, er hätte dich teuer gekauft. und man selber noch denkt: du kannst ihn doch jetzt nicht hängen lassen… wot?!ich habe jedenfalls keinen bock mehr. gar nicht mehr. ende gelände. ich laß mich nicht für einen fetzen von einem traum von gestern der länge nach verarschen. schon gar nicht, wenn der verarscher auch noch so dreist ist zu glauben, daß man das verarschende des verarschens nicht sieht. (oder so blöde? oder so arrogant?) man steht daneben, läßt sich ganz bewußt verarschen, weil man mal eine traum träumte und ihn nicht loslassen will - auch wenn er längst gefressen, verdaut und wieder ausgeschissen ist. grrrrr! vielleicht ist das das schlimmste an allem.

merke: so schön ein feuer im eigenen ofen auch ist. so geil ein haus auf der klippe, so sehr da ein alter traum mitvibriert – es ist niemals ein grund, sich verarschen zu lassen. es gibt niemals einen grund sich verarschen zu lassen außer der, daß mans nicht merkt. sich bewußt verarschen lassen ist entweder dummheit, naivität, masochismus oder schlicht feigheit. kotz der welt ins gesicht, was du willst. entweder sie schluckt es, oder sie schluckt dich, alles andere ist kein leben.



[Norman Liebold, 27.09.2006
PhiloBlog
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against holy woods | wider den guten Geschmack

Von Norman Liebold geschrieben am: 27.09.2006 unter Nähkästchen

Man nehme und gehe dabei nach dem Prinzip “um so mehr, desto besser” vor: einen berühmten Namen, diverseste Versatzstücke aus allen möglichen und unmöglichen Bereichen, Filmen und Märchen (am besten mit irgendeinem Wiedererkennungswert), versetze das mit einem gut gerüttelt Maß an lauem Slapstik-Humor und köchel das auf mittlerer Flamme mit zwei Tonnen Hochglanzlack.
Aufgekratzt nicht recht schlafend könnend (s.u.), gönnte ich mir einen Film, für den ich mir selber seit meiner Tristan-Arbeit den Mund wässrig machte: “Brothers Grimm”. Immerhin sind die beiden ja die Väter der germanistischen (Feld-)Forschung, und ihre Wörterbücher (z.B. im Netz: Grimms Wörterbuch) nach wie vor Standartwerke. Von der Berühmtheit der von ihnen gesammelten Märchen zu schweigen. Sie zu gewitzten Trickbetrügern in einer an “Shrek” erinnernden Märchenfigur-Party umzugestalten, und das ganze ohne irgendeine erkennbar sinnvolle Story, war schon ein wenig enttäuschend.
Eine wirkliche Verschwendung von zum Teil wirklich atemberaubend schönen Bildern. Und eine frustrierende Vorstellung, daß wir irgendwann unsere Märchen nur noch in der “hohoho”-Fassung Hollywoods kennen. (@KatharinaT: nun wahrlich, ich kann mich kaum mit Jacob identifizieren. Der hat mehr Haar als ich.)



[Norman Liebold, 27.09.2006
Nähkästchen
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Soetwas wie eine Rechtfertigung

Von Norman Liebold geschrieben am: 26.09.2006 unter Nähkästchen

testbild

Ich weiß nicht, wann es war. Es spielt auch keine Rolle. Letzthin zählt nur das Muster, und das ist sowohl alt wie auch dafür verantwortlich, daß ich mir nicht nur irgendwann 1997 als Computer-Verächter einen Rechner kaufte, irgendwann begann, HTML zu schreiben und Buchsatz am Rechner zu machen, sondern auch dafür, daß hier ein WebLog entsteht.
Das Muster heißt Jens, es verfolgt mich effektiv seit 16 Jahren und ist seines Zeichens nicht nur mein Kompagnon und bester Freund, sondern darüber hinaus Verfechter der virtuellen Realität, mit der er mich stets aufs Neue trotz größter innerer Widerstände und mittels meiner schrecklichen Neugier infiziert.

Irgendwann also begann er mir von dem Phänomen WebLog zu erzählen und wie praktisch dies für mich wäre, wo ich doch ständig in der Weltgeschichte herumwusele, meine Leute kaum je wissen, wo ich grad bin, was mir so widerfuhr (sofern ich es erzählen würde) und auf diese Weise alle glücklich wären… zugegebenermaßen waren es auch zwei andere seiner wie üblich schrecklich eloquenten Argumente: zum einen, daß ich das WebLog mit den Neuigkeiten auf der Autorenseite kreuzen könnte, um ein erhebliche Arbeitserleichterung zu züchten.
Zum anderen, daß ich eine ganz bestimmte Art von Senf loswerden kann, der auch das beständige Vernichten, Verlegen und irgendwo am falschen Ort Deponieren überlebt und aus dem früher oder später nach diversen Verpuppungen und Häutungen eine Geschichte entsteht.

Jenser erklärte mir auch, daß es “zum guten Ton” gehöre, regelmäßig zu “bloggen”. Es wird sich zeigen, wie sich das hier entwickelt.



[Norman Liebold, 26.09.2006
Nähkästchen
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